Formel 1: Hamilton gewinnt in Belgien vor Vettel

SID
Formel 1: Hamilton gewinnt in Belgien vor Vettel

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Belgien gewonnen und damit seinen Rückstand auf WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel (Heppenheim) im Ferrari halbiert. Der Engländer setzte sich am Sonntag in Spa knapp vor dem Deutschen durch, Vettel führt im Klassement nun noch mit sieben Punkten Vorsprung auf Hamilton. Dritter im 12. von 20 WM-Läufen wurde der Australier Daniel Ricciardo im Red Bull. Für Hamilton war es der 58. Sieg seiner Karriere und der fünfte in der laufenden Saison.
"Es war ein starkes Wochenende", sagte Hamilton auf dem Podium: "Sebastian hat mir einen tollen Kampf geliefert, aber ich habe gesagt, dass ich abliefere, und das habe ich getan." Auch Vettel hatte ein "sehr intensives Rennen" erlebt: "Ich habe auf den einen Fehler von Lewis gewartet, aber den hat er nicht begangen. Unsere Geschwindigkeit hier war sehr gut, jetzt kann ich mich auf unser Heimrennen in Monza freuen."
Der Emmericher Nico Hülkenberg (Renault) stellte mit Rang sechs sein bestes Saisonergebnis ein. Pascal Wehrlein (Worndorf) musste seinen Sauber nach einem Defekt bereits nach der zweiten Runde abstellen und sagte später zerknirscht bei Sky, dass er nicht mehr glaube, "nächstes Jahr in einem Sauber zu sitzen".
Hamilton gewann den Start hauchdünn vor Vettel, der Engländer hatte seinen großen WM-Rivalen aber dann in der legendären Eau Rouge direkt hinter sich und konnte den Angriff des Deutschen am Ende der ersten langen Geraden abwehren.
In der achten Runde war für einen guten Teil der mehr als 100.000 Zuschauer der Tag bereits gelaufen, als der von zahlreichen Landsleuten unterstützte Niederländer Max Verstappen mit seinem Red Bull kopfschüttelnd ausrollte. Es war bereits das sechste vorzeitige Aus für den jüngsten Grand-Prix-Sieger der Formel-1-Geschichte in dieser Saison.
Das abschließende Herzschlagfinale war der Höhepunkt eines Wochenendes der Gänsehautmomente, das stark im Zeichen von Michael Schumacher stand. Fast auf den Tag 25 Jahre nach dessen erstem Sieg an gleicher Stelle (30. August 1992) drehte dessen 18-jähriger Sohn Mick im Vorprogramm des Rennens mit dem ersten Weltmeister-Auto seines Vaters, dem Benetton-Ford B 194 aus dem Jahr 1994, eine Runde auf dem Ardennen-Kurs. Dabei trug der Formel-3-Pilot einen Helm, der auf der einen Seite sein eigenes Design und auf der anderen das seines Vaters aus dessen Anfangsjahren in der Formel 1 trug.
Am Samstag hatte Hamilton im Qualifying von Spa seine 68. Pole Position erzielt und war dadurch mit Schumacher an der Spitze dieses Rankings gleichgezogen. Als ihm eine Glückwunschbotschaft von Schumachers Ehefrau Corinna und der Familie überbracht wurde, hatte der sonst so coole Hamilton Tränen in den Augen und würdigte Schumacher als "Legende" und "Idol".