Formel 1 folgt Hilferuf: Expertise für Herstellung von Beatmungsgeräten

Maria Reyer

Die Formel 1 folgt dem Aufruf der britischen Regierung, im Kampf gegen das Coronavirus zu helfen. Wie bereits berichtet, haben sich vier Teams bereit erklärt, mit ihrer Expertise zu unterstützen. Nun hat Liberty Media eine Zusammenarbeit mit der britischen Regierung und anderen Organisationen bestätigt.

Besonders der Mangel an Beatmungsgeräten für Intensivpatienten stellt Gesundheitssysteme in ganz Europa vor ein Problem. Am Montag hat die britische Regierung deshalb einen offiziellen Aufruf an Unternehmen gestartet, die möglicherweise in der Lage sind, bei der Bereitstellung von zusätzlichen Geräten zu helfen.

Spezifisch wurde Hilfe im Bereich Prototypenbau, Designs und Testverfahren angeregt. Alle sieben Formel-1-Teams, die in Großbritannien angesiedelt sind (Mercedes, Red Bull, McLaren, Renault, Williams, Racing Point und Haas) haben zugesagt, Expertise bereitstellen zu wollen.

Da der Saisonstart nun frühestens auf Juni verlegt wurde, haben die Teams nun freie Kapazitäten, die in anderen Bereichen eingesetzt werden können. Wie genau, das wird derzeit mit dem University College London ausgearbeitet, dort haben viele Ingenieure ihren Abschluss gemacht.

Auch die Organisationen Innovate UK und High Value Manufacturing Catapult sind eingebunden. In einem Statement der Formel 1 wurde bestätigt, dass sich alle Teams in Großbritannien der Initiative anschließen.

"Ein Kollektiv von in Großbritannien ansässigen Formel-1-Teams, Motorenherstellern und ihren jeweiligen Technologieträgern evaluiert die Unterstützung für die Herstellung von Beatmungsgeräten als Reaktion auf den Hilferuf der britischen Regierung."

"Die Teams arbeiten mit der Formel 1, der britischen Regierung und anderen Organisationen zusammen, um die Machbarkeit zu ermitteln, die medizinischen Geräte für die Behandlung von COVID-19-Patienten herzustellen oder deren Herstellung zu unterstützen."

Die Teams hätten Experten in den Bereichen Design, Technologie und Produktion vorzuweisen, außerdem Spezialisten in Sachen schnelles Prototyping und hochwertiger Herstellung. "Man hofft, dass diese Arbeit, die zügig vorangetrieben wird, in den nächsten Tagen zu einem greifbaren Ergebnis führt."

Aktuell vermeldet Großbritannien 4.014 Fälle von COVID-19, 178 Todesopfer und 67 geheilte Personen. Besonders betroffen ist Italien. Dort sind die Zahlen rapide angestiegen, mittlerweile verzeichnet die italienische Regierung 47.021 Fälle, 4.032 Tote und 4.440 geheilte Patienten.

Deshalb zieht laut einem Bericht der Zeitung 'Corriere della Sera' auch Ferrari in Betracht, im Werk in Maranello Teile für Beatmungsgeräte herzustellen. Das Rennteam hat die Fabrik bereits am Donnerstag komplett geschlossen.

Mit Bildmaterial von McLaren.