GP Bahrain 2020: Fragen & Antworten zum F1-Rennen in Sachir

Christian Nimmervoll
·Lesedauer: 3 Min.

Lewis Hamilton hat beim Grand Prix von Bahrain den 95. Sieg seiner Formel-1-Karriere gefeiert, doch das Rennen in der Sachir-Wüste bei Manama wurde überschattet von einem schweren Feuerunfall von Romain Grosjean. Der Haas-Pilot hat diesen offenbar mit verhältnismäßig leichten Verletzungen überstanden.

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Nach den ersten TV-Bildern war die Sorge um den Gesundheitszustand Grosjeans groß. Als jedoch gezeigt wurde, wie er selbst der Flammenhölle entfliehen konnte und im Medical-Car saß, atmete der Formel-1-Paddock auf. Innerhalb des Haas-Teams waren zuvor sogar Tränen geflossen.

<span class="copyright">Zak Mauger / Motorsport Images</span>
Zak Mauger / Motorsport Images

Zak Mauger / Motorsport Images

Dem vorangegangen war eine haarige Situation am Start, in der sich Leclerc vor den Deutschen drängelte. Das warf Vettel offenbar aus dem Konzept. Nach einem Dreher fiel er zwischenzeitlich sogar an die letzte Stelle zurück. Letztendlich kam er als 13. ins Ziel.

Leclerc wurde Zehnter.

Wer war schuld an der Kollision Stroll vs. Kwjat?

In den Augen der Rennkommissare Kwjat. Er wurde dafür mit zehn Sekunden Zeitstrafe belegt. Eine Entscheidung, die 'ORF'-Experte Alexander Wurz nachvollziehen kann: "In dem Fall gerechtfertigt. Er hätte ein bisschen zurückstecken können, um Strolls Hinterreifen den Platz zu lassen, und er hatte genügend Zeit, sich das zu überlegen."

Dass Kwjat das anders sieht, überrascht wenig. Er sagt: "Ich hatte keinen Platz. Mein Auto war auf dem inneren Randstein. Er auf der anderen Seite wusste, dass ich da war. Aber er nahm die Kurve dennoch, als wäre ich nicht da. Deshalb bin ich ein wenig verärgert über die Entscheidung, weil das mein Rennen ruiniert hat."

Kwjat kam als Elfter ins Ziel.

Und Gasly?

Pierre Gasly fuhr ein starkes Rennen, befand sich aber in einer schwierigen Position, als er mit alten Reifen an fünfter Stelle lag und die Gegner von hinten immer näher kamen. An die Box kommen oder nicht? Gasly blieb draußen, musste beide McLaren-Piloten überholen lassen, kam aber als Siebter ins Ziel.

Gab es bei Renault eine Teamorder?

Ja. In Runde 29 funkte Daniel Ricciardo: "Warum fahren wir Rennen gegeneinander? Ich denke, wir sollten uns was überlegen." Ein paar Momente später ließ ihn Esteban Ocon durch. Die Reifen waren zwar praktisch gleich alt, aber Ricciardos Hards hielten in der Zeit besser als Ocons Mediums.

Nach dem Boxenstopp lag Ocon wieder vor Ricciardo, der Australier ging aber noch einmal vorbei und wurde Siebter. Ocon kam als Neunter ins Ziel.

Wo hat sich Räikkönen seinen Frontflügel beschädigt?

Kimi Räikkönen wurde 15. Er musste zu Beginn des Rennens mit einem lockeren Frontflügel kämpfen. Auch er wurde ein Opfer der Kollision Stroll-Kwjat, denn der Alfa Romeo fuhr über kleine Wrackteile. Später war er einmal neben der Strecke, aber Chancen auf Punkte hätte er sowieso nicht gehabt.

Wer war die tragische Figur des Rennens?

Für uns: Otmar Szafnauer. Als die Power-Unit von Perez verrauchte und Platz drei sich in Luft auflöste, die Ingenieure längst vom Kommandostand weg waren, saß er noch ganz alleine an der Boxenmauer und verarbeitete seine Emotionen.

Perez trug's mit mehr Fassung: "An einem Tag wie heute ist nur wichtig, dass es Romain gut geht."

Als der Mercedes-Motor zu rauchen begann, wollte es Perez noch nicht wahrhaben. Er ließ zunächst einen Williams durch, war aber noch flott unterwegs und lag vor Albon. Erst als sein Auto zu brennen begann, stellte er ab.

Dabei kam es zu einer weiteren gefährlichen Situation. Denn um das Auto zu löschen, überquerte ein Sportwart die Strecke. McLaren-Pilot Lando Norris konnte zum Glück ausweichen.

Wie geht's jetzt weiter?

In einer Woche wieder in Bahrain. Gefahren wird aber nicht auf dem Grand-Prix-Kurs, sondern auf der Außenvariante der Strecke, oftmals fälschlich als "Oval" bezeichnet.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.