Forderungen nach strengerer Altersprüfung bei Flüchtlingen nach Messerattacke

Trauer in Kandel

Nach der tödlichen Messerattacke auf eine 15-Jährige im pfälzischen Kandel haben Politiker mehrerer Parteien eine strengere Altersprüfung bei jungen Flüchtlingen gefordert. Der CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer forderte in der "FAZ" sowie der "Welt am Sonntag" eine einheitliche Vorgehensweise aller Bundesländer. Es gebe gute Gründe dafür, "dass wir wie sehr viele andere EU-Mitgliedsländer eine verpflichtende medizinische Feststellung des Alters von angeblich minderjährigen Jugendlichen vornehmen", sagte er.

CDU-Vize Thomas Strobl forderte in der "Welt am Sonntag" eine "konsequente" Feststellung des Alters von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. In Zweifelsfällen gehörten dazu auch "medizinische Untersuchungen wie das Röntgen der Handwurzel". Der SPD-Innenexperte Burkhard Lischka sprach sich ebenfalls für bundesweit einheitliche Standards aus. Es sei unbefriedigend, wenn jedes Jugendamt in Deutschland weitestgehend eigenständig entscheide, wie die Altersfeststellung erfolge und wann ärztliche Untersuchungen nötig seien.

Ein aus Afghanistan stammender mutmaßlich 15-jähriger Verdächtiger hatte am Mittwoch in Kandel seine gleichaltrige Ex-Freundin erstochen. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich laut Polizei um einen Asylbewerber, der im Frühjahr 2016 unbegleitet nach Deutschland kam. Er sitzt in Untersuchungshaft. Der Bürgermeister der Stadt warnte nach der Tat vor Fremdenfeindlichkeit und vorschnellem Handeln.

Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz plädierte für mehr Anstrengungen bei der Prävention von Straftaten. Es sei wichtig, unbegleitete Minderjährige "stärker in den Blick zu nehmen", sagte er der "FAZ". Gewaltpräventive Maßnahmen müssten "massiv ausgebaut und verbessert werden".