Ford: Warum ich die Aktien statt des Mustangs kaufen würde

In 2 Sätzen

  • Die starke Nachfrage und Milliardeninvestitionen lassen Ford bei den EV-Verkäufern nach oben steigen.

  • Nach dem jüngsten Rückgang des Aktienkurses von Ford haben die Anleger Grund zur Freude.

Als ich 17 war, war mein erstes Auto ein 77er-Mustang mit Fließheck. Nicht gerade ein Traumauto wie ein 69er Fastback, aber ich habe ihn trotzdem in ein tolles Auto verwandelt. Seitdem bin ich ein Mustang-Fan. Aber die Zeiten ändern sich, und Sportwagen werden jetzt E-Autos. Das beweist der Mustang Mach-E, der einige Liebhaber erfreuen und andere verärgern wird.

Doch unabhängig davon, ob Sportwagenfans mit den Veränderungen einverstanden sind, können Anleger von den Aktien der Unternehmen hinter den Veränderungen profitieren. Ford (WKN: 502391) ist hier führend. Und der Weg nach vorne könnte für Anleger weniger holprig sein als für neue Mustang-Besitzer.

Ehe ich den neuen Mustang kaufe, würde ich mir eher Aktien des Unternehmens zulegen.

Mehr Elektrofahrzeuge

Fords Plan, bis 2030 40 bis 50 % aller Fahrzeuge auf die Straße zu bringen, ist auf einem guten Weg. Das Unternehmen verkaufte im vergangenen Jahr 27.000 vollelektrische Mustang-Mach-E-Exemplare und will bis 2026 jährlich 2 Millionen Elektrofahrzeuge (EVs) bauen.

Unter der Leitung von Jim Farley, der 2020 das Amt des CEO übernommen hat, fährt das Unternehmen die Produktion der Elektroversionen des Mustang und der Pickup-Reihe F-150 aggressiv hoch. Im Dezember teilte das Unternehmen mit, dass es keine Reservierungen mehr für den elektrischen F-150 Lightning entgegennehme, nachdem fast 200.000 Reservierungen eingegangen waren, bei denen es sich nicht um tatsächliche Bestellungen handelt. Auch die Reservierungen für das Elektroauto Mach-E aus dem Jahr 2022 wurden kürzlich mit der Begründung geschlossen, dass das aktuelle Modelljahr aufgrund der hohen Nachfrage nicht mehr erhältlich ist.

In Zusammenarbeit mit Partner SK Innovation investiert Ford in die neue Reihe von Elektroautos. Dazu hat man einen Produktionskomplex in Tennessee und zwei Batteriewerken in Kentucky hochgezogen. Die Gesamtinvestitionen für die neuen Anlagen werden sich voraussichtlich auf 11,4 Mrd. US-Dollar belaufen, wenn alles bis 2025 abgeschlossen ist.

Warum ein Mustang Mach-E nichts für mich ist

Der Mustang Mach-E hat bei den Käufern großen Anklang gefunden und mir gefällt der Weg, den Ford in Richtung Elektroauto einschlägt. Trotzdem ist das Modell nichts für mich.

Japanische Autohersteller sind in den Zuverlässigkeitsumfragen vorne. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass meine vier Toyota-SUVs und drei Honda-Autos meinen Ford Mustang und meinen Chevy-SUV in der Leistung übertroffen haben.

Ich bin auch kein Fan davon, ein Fahrzeug im ersten Modelljahr zu kaufen, sodass ich für den Kauf eines Mustang Mach-E nicht infrage komme. Dieser elektrische Mustang ist brandneu. Ich werde abwarten, bis die Fehler ausgemerzt und die Funktionen verbessert worden sind, bevor ich mich dafür interessiere.

Doch die Aktie ist was anderes

Aus Sicht eines Investors allerdings gefällt mir Fords Weg. Nachdem Farley versprochen hatte, Ford zu einer wettbewerbsfähigen Maschine zu machen, stellte er Alan Clarke ein. Das ist der ehemalige Chefingenieur von Tesla, der für das Model S verantwortlich war.

Und Ford hat im Zusammenhang mit seinen aggressiven EV-Plänen ein Umsatzwachstum und einen Hype erlebt. Seit Farleys Amtsantritt im Oktober 2020 ist die Aktie um rund 140 % gestiegen und lag in den letzten fünf Monaten bei bis zu 25 US-Dollar, ausgehend von knapp unter 5 US-Dollar im April 2020.

Der jüngste Rückgang auf dem breiten Markt, der zum Teil durch Inflationsdruck, Lieferprobleme und Rezessionsängste angeheizt wurde, hat dazu geführt, dass die Aktie derzeit auf knapp unter 17 US-Dollar gefallen ist. Ford wird voraussichtlich am 27. April seine Quartalsergebnisse vorlegen.

Langfristig interessant

Anfang dieses Jahres erklärte das Unternehmen, dass es für 2022 mit einem weiteren Wachstum rechne: Das Großhandelsvolumen soll um 10 bis 15 % steigen, was über der vorherigen Prognose von 10 % liegt. Analysten rechnen für 2022 mit einem Umsatzsprung von 8 %. Das Unternehmen hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, seine operative Marge bis 2026 auf 10 % und bis zum Ende des Jahrzehnts auf 14 % zu steigern, was einer Verdoppelung von 7,3 % im Jahr 2021 entsprechen würde.

Das Unternehmen strebt eine Verkaufskapazität von mehr als 600.000 E-Fahrzeugen bis Ende 2023 an, nachdem es im Jahr 2021 die Nummer 2 unter den E-Fahrzeug-Verkäufern in den USA war. Und obwohl der Januar langsam begann, wuchs der Absatz von E-Fahrzeugen bei Ford viermal schneller als im gesamten Segment.

Wir befinden uns in der Anfangsphase des EV-Booms. Einige Mustang-Käufer werden vielleicht zurückblicken und sich wünschen, sie hätten gewartet. Aber während Ford die Produktion hochfährt, könnten langfristig denkende Investoren jetzt eine schlaue Entscheidung fürs Depot treffen.

Der Artikel Ford: Warum ich die Aktien statt des Mustangs kaufen würde ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Jeff Little besitzt Aktien von Ford. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla. Dieser Artikel erschien am 20.4.2022 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2022

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