„Forbes“-Liste: Das sind die Gehaltsunterschiede in Hollywood

Emma Stone verdiente als bestbezahlte Schauspielerin des letzten Jahres nicht einmal halb so viel wie Mark Wahlberg. (Bild: Chris Pizzello/Invision/AP Photo)

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Das ist auch im Filmgeschäft bis heute keine Realität. Eine aktuelle „Forbes“-Liste offenbart die Gehalts-Unterschiede in Hollywood.

Das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ veröffentlichte jüngst seine alljährliche Liste der bestbezahlten Schauspieler und Schauspielerinnen in den USA – und die sagt eine ganze Menge über Hollywood als „Arbeitgeber“ aus.

Als bestbezahlter Schauspieler des vergangenen Jahres verdiente Mark Wahlberg zwischen Juni 2016 und Juni 2017 stolze 68 Millionen Dollar. Diese Summe wirkt an sich schon astronomisch – bekommt jedoch noch mehr Bedeutung, wenn man diese Zahl mit der weiblichen Ranking-Siegerin vergleicht: Emma Stone verdiente als bestbezahlte Schauspielerin im gleichen Zeitraum 26 Millionen Dollar – und damit immer noch deutlich weniger als der Ranglisten-Zehnte ihrer männlichen Kollegen, Akshay Kumar, mit 35,5 Millionen Dollar.

Die 28-jährige Schauspielerin hatte selbst erst kürzlich in einem Interview mit dem „Out Magazine“ von den enormen Gehaltsunterschieden zu ihren männlichen Kollegen berichtet. „In meiner bisherigen Karriere haben einige meiner männlichen Co-Stars ihr Gehalt gekürzt, damit wir gleich viel verdienen“, erklärte sie.

Kein Schauspieler verdiente im vergangenen Jahr so viel Geld wie Mark Wahlberg. (Bild: Rob Grabowski/Invision/AP Photo)

Und noch etwas wird durch die aktuelle „Forbes“-Liste deutlich: Zwar haben es mit Dwayne Johnson und Jackie Chan sowie den Bollywood-Stars Shah Rukh Khan, Salman Khan und Akshay Kumar fünf nicht-weiße männliche Darsteller in die Top Ten geschafft, unter den zehn bestbezahlten Frauen ist jedoch keine farbige Schauspielerin.

Klicken Sie sich durch die bestbezahlten Schauspieler und Schauspielerinnen der vergangenen Jahre.

Das liegt einerseits an folgenden Zahlen: Wie „Forbes“ berichtet, waren etwa nur 4,9 Prozent der Rollen in den 100 erfolgreichsten Filmen des Jahres 2014 hispanisch oder lateinamerikanisch, 12,5 Prozent schwarz und 5,3 Prozent asiatisch. In den gleichen Filmen gab es laut einem Bericht der Annenberg School darüber hinaus nur 28,1 Prozent weibliche Rollen. Farbige Frauen haben es also am schwersten, überhaupt in Filmen gesehen zu werden. Wie Viola Davis („How to Get Away with Murder“) in ihrer Emmy-Dankesrede 2015 erklärte: „Das einzige, was women of color von allen anderen unterscheidet, sind die Möglichkeiten. Man kann keinen Emmy für Rollen gewinnen, die schlichtweg nicht existieren.“

Viola Davis gewann 2015 als erste afroamerikanische Frau einen Emmy als beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie. (Bild: Jordan Strauss/Invision/AP Photo)

Generell sei das offenkundige Gehaltsgefälle ein Problem. „Nicht-weiße Schauspieler, welche Rolle auch immer sie spielen, werden immer durch die gleiche kulturelle Linse gesehen, außer, sie können eine Erfolgsbilanz an den Kinokassen vorweisen. Dann ist die Hautfarbe plötzlich egal“, so Debbie D’Oyley von der Datenbank The British Blacklist gegenüber „Newsweek“.

Dass sich viele Schauspieler oft erst lange beweisen müssen, belegt Gina Rodriguez: Obwohl sie 2015 einen Golden Globe für ihre Rolle in „Jane the Virgin“ erhielt, bekam sie im folgenden Jahr nur 60.000 Dollar Gage pro Folge. Zum Vergleich. Julia Louis-Dreyfus, die schon länger als Schauspielerin aktiv ist, verdiente pro Folge „Veep“ 250.000 Dollar. Jim Parsons, Johnny Galecki und Kaley Cuoco, allesamt weißer Hautfarbe, bekamen für jede Folge ihrer Erfolgsserie „The Big Bang Theory“ gar eine Million Dollar.

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