foodwatch warnt: Saft ist nicht gleich Saft

foodwatch warnt: Saft ist nicht gleich Saft

"Saftschwindel im Supermarkt" – davor warnt foodwatch. Die Verbraucherschutzorganisation beklagt, dass zahlreiche Saft-Hersteller Kunden mit ihren Getränkeverpackungen täuschen. Diese gaukeln nämlich echten Saft vor, selbst wenn dieser mit Zuckerwasser verdünnt ist.

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat die Saftregale in Supermärkten einmal genauer unter die Lupe genommen und ist dabei einem völlig legalen Trick auf die Schliche gekommen: Auf den Etiketten der Getränkeverpackungen prangen meist große Früchte mit dem Hinweis auf die jeweilige Geschmacksrichtung. Doch erst auf der Rückseite erfahren Kunden im Kleingedruckten, wie hoch der Fruchtanteil ist und ob es sich auch wirklich um echten Saft handelt.

Diese Form von Kunden-Täuschung ist im Supermarkt an der Tagesordnung und wird nun von foodwatch angeprangert. "Beckers Bester, Rauch, Albi & Co. machen uns Verbraucherinnen und Verbrauchern den Einkauf unnötig kompliziert. Es ist ärgerlich, wenn man selbst am Saftregal den Zutaten-Detektiv spielen soll. Das muss aufhören! Die Hersteller müssen ihre Produkte endlich verständlich kennzeichnen und auf der Vorderseite der Verpackung Fruchtgehalt und Getränkeart angeben", fordert Sophie Unger von foodwatch.

Eine genaue Kennzeichnung der Getränke ist aber wichtig, da es durchaus Qualitätsunterschiede diesbezüglich gibt. So besteht ein echter Saft aus 100 Prozent Frucht, wohingegen ein Nektar zu 50 bis 75 Prozent mit Zuckerwasser verdünnt sein darf. Er kann zudem fruchteigenes Aroma enthalten. Enthält das Getränk hingegen nur einen geringen Fruchtanteil von 6 bis 30 Prozent und ist es aromatisiert, spricht man dann von einem Fruchtsaftgetränk.

"Auf den ersten Blick unterscheiden sich jedoch die Verpackungen zahlreicher Nektare und Fruchtsaftgetränke der Hersteller nicht von denen echter Säfte", kritisiert Foodwatch. Dass es aber auch anders geht, beweist die Rewe-Eigenmarke "ja!" mit ihrem "ACE-Viatmin-Getränk". Auch "Gut und Günstig", die Eigenmarke von Edeka, stach bei der foodwatch-Untersuchung positiv hervor. Ihr "Apfel Nektar" macht den Verbraucher schon auf Vorderseite auf den Fruchtgehalt von 50 Prozent aufmerksam.