Flugzeugbauer Boeing und Embraer verhandeln über Zusammenschluss

Logos von Boeing und Embraer

Wenige Wochen nach dem verkündeten Einstieg von Airbus bei Bombardier haben Erzrivale Boeing und der brasilianische Flugzeughersteller Embraer Verhandlungen über eine mögliche Zusammenarbeit bestätigt. Es gebe aber keine Garantie für einen Erfolg, betonten beide Unternehmen am Donnerstag. Nötig sei unter anderem die Zustimmung der brasilianischen Regierung, die ein Vetorecht bei grundlegenden strategischen Entscheidungen von Embraer hat.

Zuvor hatte die US-Zeitung "Wall Street Journal" berichtet, Boeing wolle Embraer übernehmen. Die brasilianische Zeitung "Folha de S.Paulo" schrieb allerdings, Brasiliens Staatschef Michel Temer habe einen Verkauf von Embraer kategorisch ausgeschlossen.

Das brasilianische Unternehmen war 1994 privatisiert worden. Der Staat hält aber eine "goldene Aktie" und damit das Recht, bestimmte strategische Unternehmensentscheidungen per Veto zu verhindern. Auch die brasilianische Stahlarbeitergewerkschaft erklärte am Donnerstag umgehend, sie lehne einen möglichen Verkauf von Embraer an Boeing strikt ab.

Boeing könnte mit dem Deal wieder Boden gegenüber seinem Erzrivalen Airbus bei Mittelstreckenfliegern gut machen. Der europäische Flugzeugbauer hatte Mitte Oktober bekanntgegeben, beim kanadischen Hersteller Bombardier mehrheitlich in das Mittelstreckenflieger-Programm einzusteigen.

Airbus übernimmt 50,01 Prozent an der Bombardier-Sparte für Mittelstreckenflugzeuge der C-Serie. Embraer baut im selben Segment Flugzeuge. Boeing und Embraer arbeiten bereits bei einem Militärflugzeug zusammen.