Flugzeug von Air Canada streift haarscharf an Riesenkatastrophe vorbei

Wie es zu den Vorkommnissen auf diesem Air-Canada-Flug kam, ist noch unklar. (Bild: ddp images/Markus Mainka/Shotsho)

Wie knapp Piloten eines Air-Canada-Fluges einen katastrophalen Unfall noch verhindern konnten, zeigt neu veröffentlichtes Bild- und Datenmaterial.

Es hätte ein Fehler mit fatalen Folgen werden können: Die Piloten eines Fluges von Toronto nach San Francisco verwechselten das Rollfeld mit der Landebahn – und konnten eine Katastrophe nur knapp verhindern. 59 Flugzeuge standen auf dem Rollfeld des San Francisco International Airport. Nur 18 Meter trennte das Flugzeug vom Boden, als die Piloten den Irrtum bemerkten und den Kurs in letzter Sekunde änderten. Das berichtet unter anderem die britische Zeitung „Guardian“.

Piloten eines United-Airline-Fluges bemerkten das vom Kurs abgekommene Flugzeug und alarmierten die Luftverkehrskontrolle, die Crew eines Jets der Philippine Airlines versuchte, mit den Lande-Lichtern ein Warnsignal an den Air-Canada-Flug zu senden. Den Grund für die Verwechslung, die zu einer der schlimmsten Katastrophen der Luftfahrtgeschichte hätte werden können, ist laut Untersuchungen der Luftfahrtbehörde noch unklar.

Ein Bild zeigt den Hergang des Unfalls. (Bild: NTSB via AP)

Das Flugzeug, so die Untersuchungen, flog die Landebahn gegen Mitternacht an. Es war so außerhalb seines Kurses, dass ein spezielles Radarsystem, das Landebahn-Kollisionen verhindern soll, es nicht mehr registrierte. Beide Air-Canada-Piloten sollen laut „Guardian“ sehr erfahren gewesen sein. Der Kapitän, der das Flugzeug flog, hatte mehr als 20.000 Stunden Flugerfahrung, sein Co-Pilot 10.000 Stunden.

Die Piloten erzählten den Ermittlern, dass sie sich nicht daran erinnern können, Flugzeuge auf dem Rollfeld gesehen zu haben – jedoch erschien ihnen etwas sonderbar. Audioaufnahmen der Landung gibt es keine, da die Konversation bei der abgebrochenen Landung von Aufnahmen eines anderen Flugs überschrieben wurde. Von Flügen müssen nur die letzten zwei Stunden Flugzeit aufgenommen werden.

Peter Fitzpatrick, Sprecher der Air Canada, verweigerte laut „Guardian“ ein Kommentar. Er verwies auf die laufende Untersuchung. „Es war knapp, viel zu knapp“, so der Sicherheitsberater und frühere Airline-Pilot John Cox.