Nach Flugzeug-Umleitung: Air Baltic meidet belarussischen Luftraum

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RIGA (dpa-AFX) - Nach der erzwungenen Landung eines Linienflugzeuges in Minsk wird die lettische Fluggesellschaft Air Baltic bis auf weiteres den belarussischen Luftraum meiden. Die Airline habe beschlossen, das Eintreten in den belarussischen Luftraum zu vermeiden, bis die Situation klarer wird oder die Behörden eine Entscheidung treffen, teilte eine Sprecherin des Unternehmens in Riga mit. Air Baltic ist die größte Fluglinie in den baltischen Staaten.

Nach Angaben von Verkehrsminister Talis Linkaits wird die lettische Behörde für zivile Luftfahrtbehörde in Kürze eine Empfehlung abgeben. "Es ist klar, dass die Situation im Prinzip inakzeptabel ist, wenn ein Land entscheiden kann, ob es den einen oder anderen Passagier im Flugzeug mag oder nicht mag", sagte er im lettischen Radio. Der Vorfall im Nachbarland werde nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Außenminister Edgars Rinkevics brachte neben Wirtschaftssanktionen und einer Sperrung des belarussischen Luftraums für internationale Flüge auch ein Landeverbot für Flüge von belarussischen Fluglinien ins Spiel. Bislang sei aber noch keine offizielle Entscheidung getroffen worden, um Flüge der nationalen belarussischen Airline Belavia nach Riga einzustellen, sagte Linkaits.

Die Behörden in Lettlands autoritär regiertem Nachbarland Belarus hatten am Sonntag ein Flugzeug auf dem Weg von Athen nach Vilnius (Litauen) umgeleitet und in der Hauptstadt Minsk zur Landung gezwungen. An Bord der Passagiermaschine der Fluggesellschaft Ryanair <IE00BYTBXV33> war unter den mehr als 100 Passagieren auch der vom belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko international gesuchte Blogger Roman Protassewitsch. Er wurde nach Angaben des Menschenrechtszentrums Wesna am Sonntag auf dem Airport in Minsk festgenommen.

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