Flugverkehr über Berlin: Streit um Wannsee-Flugroute: Reaktor wird zum Restrisiko

Das Oberverwaltungsgericht verhandelte erneut über die „Wannseeroute“, auf der Flugzeuge vom Flughafen BER Richtung Westen fliegen sollen

Lange war die Frage, wie die Flugzeuge vom künftigen Großflughafen BER in Schönefeld aus starten sollten, das alles beherrschende Thema in der Auseinandersetzung um das umstrittene In­frastrukturprojekt. Insbesondere im Norden am Müggelsee und im Süden am Wannsee protestierten Anwohner dagegen, dass über ihren Dächern der Flugverkehr abgewickelt werden soll.

Doch mit der verpatzten Eröffnung des Pannenflughafens vor mehr als fünf Jahren rückte auch die Frage in den Hintergrund, wie die Starts und Landungen organisiert werden sollen. Eine auf zwei Tage anberaumte Gerichtsverhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht in dieser Woche rückt nun die sogenannte Wannseeflugroute wieder in den Fokus.

Am Mittwoch wurden zunächst Gutachter gehört, wie ein Gerichtssprecher sagte. Die 2012 festgelegte Route soll Flugzeuge über den Wannsee und Zehlendorf in Berlin sowie über Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow in Brandenburg führen. Das Oberverwaltungsgericht hatte die Route jedoch ein Jahr später untersagt, weil das Absturz- und Anschlagsrisiko über einem Forschungsreaktor nahe dem Wannsee nicht ermittelt worden war. Das Bundesamt für Flugsicherung (BAF) wollte die Route jedoch durchsetzen und legte gegen den Spruch Revision ein. Das Bundesverwaltungsgericht hob die Entscheidung schließlich im Juni 2014 wieder auf, reichte die Sache wieder zurück an das OVG und forderte es auf zu prüfen, ob für die Bürger rechtlich relevante Risiken mit der Wannseeroute verbunden sind. Mehr als drei Jahre spä...

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