Flughafen Köln/Bonn: Lohnt sich der Duty-Free-Shop noch?

Süßigkeiten sind oft teurer, Sonderangebote können aber billiger sein als im Handel.

Kurz vor dem Abflug streifen viele Flugpassagiere gerne noch mal durch den Duty-free-Shop am Gate: Zigaretten, Parfüm, Spirituosen und Süßigkeiten – die Auswahl ist meist riesig, auch am Köln/Bonn-Airport. Doch lohnt sich der Einkauf auch finanziell?

„Der Mythos Duty-free scheint ungebrochen, obwohl man seit Mitte 1999 innerhalb der EU nicht mehr steuerfrei einkaufen darf“, sagt Martin Ruppmann, Geschäftsführer des Kosmetikverbands VKE. Deshalb steht über vielen Shops auch „Travel Value“ – nicht nur „Duty free“.

Dass manche Produkte wie Kosmetika am Flughafen günstiger wirkten, könne unterschiedliche Gründe haben: die angebotenen Einheiten entsprächen nicht immer herkömmlichen Größen oder werden im Set mit weiteren Produkten angeboten. „Das macht eine Vergleichbarkeit schwieriger oder sie ist gar nicht möglich“, sagt Ruppmann.

„Bei vielen Produkten ist eine Ersparnis möglich“, erwidert Antonia Hofmann, General Retail Manager beim Duty-free-Shop-Betreiber Heinemann am Flughafen Köln-Bonn. Denn Duty-free-Anbieter gewährten innerhalb der EU reisenden Kunden bei vielen Produkten den gleichen Preis wie auf Reisen außerhalb der EU. Die größte Ersparnis sei bei „Special Offers“ drin, die monatlich wechselten.

Ob und in welcher Höhe Reisende Zoll und Steuern sparen, hänge davon ab, von woher sie kommen und wohin sie reisen. Zoll und Steuern sparten von Köln abhebende EU-Reisende, die in Länder außerhalb der EU reisten. Dazu kommt: Manche Produkte sind in manchen Ländern im Grundpreis deutlich höher oder niedriger als in anderen. Darüber sollte man sich schon vor dem Abflug informieren. Alkohol etwa ist in skandinavischen Ländern meist deutlich teurer. Zigaretten dagegen sind in vielen südlichen Ländern billiger.

Die Regeln

Bei Reisen innerhalb der EU darf seit 1999 nicht mehr steuerfrei eingekauft werden. Duty-free-Anbieter gewähren Kunden mitunter innerhalb der EU dennoch günstigere Preise. Heinemann betont, alle Kunden zahlten die gleichen Preise – egal an welchem Flughafen sie einkaufen und wohin sie fliegen (mit Ausnahme von Tabakwaren).

Durch die Vorlage der Bordkarte wird das Reiseziel ermittelt und in diesem Zusammenhang auch, welche Abgaben Heinemann auf diesen Einkauf zu entrichten hat. Der Hintergrund ist, dass die Produkte in den Regalen eines Duty free Shops steuerfrei sind (ausgenommen Tabakwaren mit Banderole). Für Verkäufe an Reisende innerhalb der EU muss der Shop die volle Umsatz- und Verbrauchsteuer an die Behörden abführen.

Besondere Regeln gelten für Ziele wie Helgoland, die Kanarischen Inseln oder die Kanalinseln. Die Preise variieren von Betreiber zu Betreiber. Bei einigen Anbietern kann man sich vorab online über die Preise informieren – auch bei Heinemann.

Was verkauft sich wo am besten?

Nicht an jedem Airport laufen alle Produkte gleich gut. „Von Köln aus starten viele preissensible Touristen mit Billigfliegern in den Urlaub“, sagt Hofmann. Zigaretten und Alkohol verkauften sich hier besonders gut, aber auch Kosmetik und Parfüm. An einem Flughafen wie Frankfurt kauften dagegen mehr Geschäftsreisende sowie Reisende aus Asien ein.

„In Hahn und Dortmund mit sehr vielen Billigfliegern sind vor dem Abflug Zigaretten stark gefragt“, berichtet Hofmann. Reisende aus Ländern wie Norwegen, in denen Alkohol besonders teuer sei, kauften dagegen häufiger hochprozentige Getränke ein.

Zigaretten

Kaufen dürfen alle Reisenden mit Ticket. Die Preise entsprechen aufgrund der gesetzlichen Preisbindung den Inlandspreisen – es sei denn, es handelt sich um Reisende in Länder außerhalb der EU. Dann zahlt man in Köln/Bonn beispielsweise statt 62 Euro nur 41,50 Euro für 200 Zigaretten der Marke Lucky Strike Red.

Die Kanarischen Inseln gelten als steuerliches Sondergebiet. Im klassischen Einzelhandel zahlt man – je nach Packungsgröße – für 200 Zigaretten zwischen 57 und 60 Euro.

Alkohol

Smirnoff Red Label (37,5 Prozent) ist im Duty-free-Shop am Köln-Bonn Airport als Juli-Offerte für 11,50 Euro für einen Liter zu haben (regulär: 16,90). Der Preis im Supermarkt: regulär 12,59 Euro, allerdings für nur 0,7 Liter. Umgerechnet auf einen Liter ergäbe sich ein Preis von knapp 18 Euro.

Diese Marke ist aber auch oft im Angebot und dann deutlich billiger, zum Beispiel derzeit für 7,99 (Literpreis 11,41 Euro). Bei Johnny Walker Black Label / 12 Jahre ist man im Supermarkt aktuell mit 25,99 Euro für 700 Milliliter dabei, ein Liter kostete dann gut 37 Euro. Am Airport kostet ein Liter 25,90 Euro im Angebot, regulär: 37,50 Euro.

Parfüm

Auch hier lohnt sich der Kauf vor allem dann, wenn das Produkt gerade im Sonderangebot ist. 30 Milliliter Moschino Fresh Couture Eau de Toilette – ein Duft, der aussieht wie eine Flasche Glasreiniger – kostet im Duty-free-Shop am Airport aktuell 23,70 Euro statt regulär 33,90 Euro. Douglas verlangt aktuell 42,99 Euro, die Parfümerie Pieper nur 31,44 Euro.

Miss Dior Eau de Toilette 50 ml kostet am Airport aktuell 64,90 Euro, in Parfümerien zwischen 73 und 81 Euro. Allerdings gibt es im klassischen Einzelhandel gefühlt dauerhaft Rabattaktionen. Etliche Ketten bieten teils wochenlang Produkte 20 Prozent billiger an.

Süßigkeiten

Allenfalls bei besonderen Angeboten kann man hier im Duty-free-Shop sparen. Die meisten Süßwaren scheinen deutlich teurer als im Supermarkt, haben aber oft eine schönere Verpackung, weil sie als Mitbringsel gedacht sind – zum Beispiel von Geschäftsleuten für ihre Kinder oder von Großeltern für die Enkel. So findet man am Köln-Bonner Airport einen 1000-Gramm-Ritter-Sport-Turm, den man im regulären Handel nicht sieht.

Der Preis: regulär laut Heinemann 21,50, aktuell für 14,90 Euro. Für zehn Tafeln ohne Geschenkverpackung wäre man im Supermarkt mit elf Euro dabei. Ist sie dort im Angebot – aktuell: 79 Cent – werden sogar nur 7,90 Euro für ein Kilogramm...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta