Flucht und Perspektive: Ein Fotoprojekt zeigt Berlin aus den Augen von Flüchtlingen

Eine Flüchtlingsschulklasse, ein Regisseur und eine Fotografin suchen eine Woche gemeinsam nach spannenden Fotomotiven.

Zwei Wörter stehen im Raum, es dauert ein bisschen, bis die Schüler ihre Mehrdeutigkeit verstehen. Was hat das Wort "Flucht" mit dem Foto aus einem menschenleeren brandenburgischen Dorf zu tun, das sie gerade gemeinsam auf einem Computer betrachten? Was meint das Wort "Perspektive", das die Fotografin Iris Janke und der Regisseur Sebastian Heidinger immer wieder verwenden?

Bild Nr. 1:
Sow, Abdoulaye, Guinea

Es geht um Fotografie. Die Bilder haben die Schüler aufgenommen, in Neuruppin und Umgebung, wo sie seit einiger Zeit leben. Auf dem Bildschirm zeigt Iris Janke Bilder von Dörfern, Landschaften, Seen, stellt sie nebeneinander, malt mit den Händen die Linien der Straßen und Häuserzeilen nach. "Fluchten sind Linien, die ins Unendliche verlaufen, bis zum Horizont." 17 Jungen und zwei Mädchen hängen an den Lippen der Fotografin und des Regisseurs, die den Workshop gemeinsam leiten.

Die 17- und 18-Jährigen sind Flüchtlinge, seit letztem Sommer besuchen sie die Willkommensklasse am Oberstufenzentrum Neuruppin. Mehrere Tage durften sie als Fotoschüler an einem Workshop der renommierten Stiftung C/O Berlin teilnehmen. Möglich wurde dies durch die Unterstützung von Berliner helfen, dem gemeinnützigen Verein der Berliner Morgenpost.

Bild Nr. 1:
Akbari, Abdulmatin, Afghanistan

Über Fotos sprechen, eigene Eindrücke schildern, Profis aus Fotografie und Film begegnen – alles ist ungewohnt für die Schüler. Auf dem Stundenplan von Migrationsklassen stehen Fächer, die unerlässlich sind für den Neuanfang in Deutschland: Berufsorientierung, Deutsch, Mathematik, Wirtschaft ...

Lesen Sie hier weiter!