„Fliegende Goldminen“: Lösen Asteroiden neuen Goldrausch aus?

Asteroiden stecken voller Edelmetall. (Bild: Getty Images)

Angesichts schwindender Ressourcen auf der Erde richten Experten den Blick aufs Weltall. Asteroiden enthalten Unmengen an Platin, Gold und anderen Edelmetallen. Ein Experte spricht gar von „fliegenden Goldminen“, die in naher Zukunft systematisch abgebaut werden könnten.

Der nächste Goldrausch führt direkt ins Weltall. Davon geht jedenfalls Michio Kaku aus. Der renommierte US-Physiker träumt von Bergbaukolonien auf dem Mond. Dort soll ein schier unerschöpflicher Nachschub an Platin, Gold und anderen Edelmetallen verarbeitet und auf die Erde weitergeleitet werden. Die Bodenschätze stammen aus Asteroiden. Denn diese Überbleibsel aus der Anfangsphase des Universums stecken voller Stoffe, die auf der Erde heiß begehrt sind.

„Fliegende Goldminen im Weltall“, nennt Kaku laut der Zeitung „New York Post“ die Himmelskörper. Ein Exemplar mit einem Durchmesser von rund 900 Metern soll Schätzungen zufolge 90 Millionen Tonnen Platin im Wert von etwa 5,4 Billionen Dollar (4,4 Billionen Euro) enthalten. Theoretisch scheint der Nachschub gesichert zu sein. Hunderttausende Asteroiden schwirren durchs Weltall. Rund 16.000 Asteroiden gelten als „erdnah“, zwölf von ihnen sind dem Bericht zufolge bereits als heiße Kandidaten für eine Rohstoffgewinnung auserkoren worden.

Kaku, der eigentlich als theoretischer Physiker auf die sogenannte „Stringtheorie“ spezialisiert ist, vergleicht den Astro-Bergbau schon mit der Viehzucht früherer Tage. Damals weideten im Wilden Westen riesige Rinderherden. Die Tiere wurden dann nach Chicago getrieben und geschlachtet. „Der Mond wäre wie das Chicago der Zukunft“, zitiert die Zeitung aus Kakus neuem Buch „The Future of Humanity“ (Die Zukunft der Menschheit). Auf dem Trabanten würden dann die wertvollen Mineralien aus dem Asteroidengürtel verarbeitet und weiter auf die Erde transportiert.

Die Sonde OSIRIS-REx soll auf dem Asteroiden Bennu nach Rohstoffen graben. (Bild: AP Photo)

Längst haben sich Interessenten in Stellung gebracht, um die Reichtümer des Weltalls zu nutzen. Google-Gründer Larry Page, „Avatar“-Regisseur James Cameron und weitere Mitstreiter haben 2012 das Unternehmen „Planetary Resources“ gegründet. Dessen Ziel: Asteroiden-Bergbau mithilfe von Roboter-Sonden. Die US-Weltraumbehörde NASA hat im September 2016 die Sonde OSIRIS-REx gestartet. Sie soll 2023 erstmals Gesteinsproben von einem Asteroiden zur Erde bringen und dabei erste Erfahrungswerte zu dieser Art von Bergbau liefern.

Manche Asteroiden sind nur wenige Meter groß, andere messen Hunderte von Kilometern. Die winzigen Asteroiden sind laut der NASA weit in der Überzahl. „Aber sogar ein kleiner Asteroid von der Größe eines Hauses könnte Metalle im Wert von Millionen von Dollar enthalten“, teilte die Raumfahrtbehörde mit. Allerdings sind die Kosten für solche Missionen im All noch enorm hoch. Zum Vergleich: Allein der Start der Sonde OSIRIS-REx hat rund 183,5 Millionen US-Dollar (149 Millionen Euro) gekostet.