Es fließt wieder Gas: BDI sieht aber Verunsicherung in der Industrie

BERLIN (dpa-AFX) - Nach der Wiederaufnahme von Gaslieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 sieht auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) keinen Anlass zur großen Freude. "Es bleibt offen, ob Gas tatsächlich langfristig und in der vertraglich vereinbarten Menge fließen wird", erklärte BDI-Präsident Siegfried Russwurm am Donnerstag in Berlin. "Die begrenzten Liefermengen bedeuten hohe Preise und verunsichern die Abnehmer in der Industrie genauso wie die privaten Verbraucherinnen und Verbraucher." Es bestehe kein Grund zur Entwarnung. Andere deutsche Wirtschaftsverbände und Firmen hatten sich zuvor ähnlich geäußert.

Das Vorgehen des Kremls führt bei dem Industrievertreter zu tiefen Sorgenfalten. "Deutschland und Europa dürfen nicht zum Spielball der erpresserischen russischen Politik werden." Die russische Regierung habe die jahrzehntelange Rolle des Landes als verlässlicher Gaslieferant aufgekündigt. "Wir sollten weiter auf Vertragstreue der russischen Seite bestehen, müssen uns aber auf das Schlimmste vorbereiten." Zugleich müssten Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland alles dafür tun, um eine Gasmangellage zu verhindern.

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