Fließend russischsprachig und in Würzburg geboren: US-General Christopher Cavoli wird neuer Nato-Militärchef

Gerneral Christopher Cavoli, ehemals Europakommandeur der US-Army, wird ab dem Sommer neuer Nato-Militärchef.
Gerneral Christopher Cavoli, ehemals Europakommandeur der US-Army, wird ab dem Sommer neuer Nato-Militärchef.

Er ist in Würzburg geboren, spricht fließend Russisch und ist seit über 30 Jahren bei der Armee: US-General Christopher Cavoli wird neuer Oberbefehlshaber der Nato-Truppen in Europa.

Der Nordatlantikrat hat seiner Nominierung am Dienstag in Brüssel zugestimmt, wie eine Sprecherin der Militärallianz auf Twitter mitteilte. Dabei steht Cavoli gleich zu Beginn seiner neuen Aufgabe vor großen Herausforderungen, denn er übernimmt die Militärführung der Nato inmitten des Ukraine-Kriegs und der größten Spannungen mit Russland seit dem Kalten Krieg. Künftig soll er die Waffenlieferungen an die Ukraine überwachen und die derzeit rund 100.000 US-Soldaten in Europa anführen.

Als Militärchef der Nato führt Cavoli die derzeit rund 100.000 US-Soldaten in Europa

Geht es nach dem Zeitplan der Nato, soll Cavoli im Sommer das Amt des bisherigen Militärchefs Tod Wolters übernehmen. Wolters geht Informationen von US-Medien zufolge in den Ruhestand.

Als Nachfolge von Wolters bringt Cavoli dabei schon einiges an militärischer Erfahrung mit: Er ist Sohn eines US-italienischen Offiziers und wuchs auf Militärbasen auf. Cavoli trat 1987 in die Armee ein, studierte an den renommierten, US-Universitäten Princeton und Yale, Biologie sowie Osteuropastudien und Russisch. Neben Russisch spricht er fließend Französisch und Italienisch. In seinen Einsätzen diente Cavoli unter anderem über ein Jahr in Afghanistan als Befehlshaber eines Regionalkommandos. Seit dem Jahr 2018 befehligte er außerdem die US-Truppen für Europa und Afrika im Hauptquartier in Wiesbaden.

Traditionell ist der Oberbefehlshaber (Supreme Allied Commander Europe, abgekürzt Saceur) in der Nato ein US-General. Euroäer stellen hingegen mit dem Norweger Jens Stoltenberg den Generalsekretär. Auch Stoltenberg sollte noch in diesem Jahr einen neuen Nachfolger bekommen, da seine reguläre Amtszeit am 30. September endet. Doch mit dem russischen Angriff auf die Ukraine verlängerte die Nato seinen Vertrag noch um ein weiteres Jahr.

jel

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.