Stuttgart: Flaschensammler sind bedroht – schuld ist diese Neuerung

Veit Lindner
Mann durchsucht Mülleimer nach Pfandflaschen.
  • Neuartige Mülleimer machen Flaschensammlern in Stuttgart künftig das Leben schwer
  • Es steht der Verdacht im Raum, es handele sich dabei um eine gezielte Strategie der Stadt

Mittlerweile gehören sie zum traurigen Bild in deutschen Innenstädten: Menschen, die öffentlich aufgestellte Mülleimer nach Pfandflaschen durchwühlen. Bis zu 25 Cent Pfand können sie mit jeder Flasche oder Dose auflesen.

Nicht immer handelt es sich dabei um Obdachlose. Gerade für ältere Menschen, die von ihrer Rente nicht mehr leben können, ist das Flaschensammeln zu einer bitteren Notwendigkeit geworden. Sie sind oft auf jeden zusätzlichen Cent angewiesen. 

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Doch sogar diese geringe Möglichkeit zur Verbesserung ihrer Lebensumstände wird ihnen zunehmend genommen. Der Grund: neuartige Hightech-Mülleimner. 

Pressmülleimer sollen die Stadt sauberer machen

Für viele Passanten sind die kleinen Müllkörbe in den Städten ein dauerndes Ärgernis. Sie haben nicht genug Fassungsvermögen, sodass sich der Unrat, von Plastikflaschen bis hin zu Hundekotbeuteln auf die Straße ergießt.

Die Städte wollen deshalb sauberer werden und investieren unter anderem in neuartige Mülleimer, die mit allerhand technischen Fähigkeiten ausgestattet sind. Sie funktionieren solarbetrieben, sind fest verschlossen und pressen den Abfall, damit mehr hineinpasst.

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Das Problem dabei: Menschen, die auf das Sammeln von Pfand angewiesen sind, haben keine Chance mehr, Flaschen aus den Eimern zu fischen. 

In mehreren Städten wie Hamburg, München oder Köln gibt es solche Eimer bereits, nun zieht Stuttgart mit dem Modell “Presshai” nach. Das berichtet das Online-Magazin “bento”.

Teure Hightech-Mülleimer

Die sogenannten Pressmülleimer mit Stückpreis von etwa 8000 Euro seien nach Angaben der Stuttgarter Abfallwirtschaft...

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