Flüchtlingsschiff "Aquarius" auf dem Weg nach Spanien

Das Flüchtlingsschiff "Aquarius" hat Kurs auf Spanien genommen. Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen werden die Menschen nach Valencia gebracht

Das Flüchtlingsschiff "Aquarius" hat Kurs auf Spanien genommen. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen teilte am Mittwoch in Berlin mit, das Boot habe noch 106 Menschen an Bord. Die restlichen 523 seien je an ein Schiff der italienischen Küstenwache und der italienischen Marine übergeben worden. Diese Flüchtlinge sollen ebenfalls nach Valencia im Osten Spaniens gebracht werden.

Auf der "Aquarius" sind nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen 51 Frauen, 45 Männer und zehn Kinder. Darunter seien auch Patienten, die besondere medizinische Beobachtung brauchten, etwa weil sie nach der Rettungsaktion in der Nacht auf Sonntag reanimiert werden mussten.

Ärzte ohne Grenzen betreibt die "Aquarius" gemeinsam mit SOS Mediterranée. Die Chefin der französischen Hilfsorganisation, Sophie Beau, kritisierte, die EU-Staaten hätten die wiederholten Hilferufe Italiens in der Flüchtlingskrise missachtet: "Die Untätigkeit Europas ist kriminell", betonte Beau in Marseille. Sie sprach von "15.000 Toten innerhalb von drei Jahren" im Mittelmeer.

Allein am Dienstag kamen nach ihren Angaben mindestens zwölf Flüchtlinge bei einem Schiffbruch ums Leben, weitere 41 konnten demnach von der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch und einem US-Boot gerettet werden. Durch die mehrtägige Überfahrt der "Aquarius" nach Spanien fehlten nun Helfer vor der libyschen Küste, fügte sie hinzu. Dadurch drohten "angekündigte Todesfälle".