Porz-Urbach: Container für 400 Flüchtlinge entstehen – Gemischte Gefühle bei Anwohnern

Manche Anwohner sorgen sich, doch es gibt auch Verständnis und Hilfsbereitschaft.

Misstrauen, Wut aber auch Hilfsbereitschaft waren zu spüren in der Aula der Grundschule Kupfergasse. Rund 100 Bürger waren gekommen, um sich von der Stadt über die geplante neue Unterkunft für Geflüchtete in Urbach informieren zu lassen.

Ursula Adams vom Amt für Wohnungswesen erklärte, dass auf einem gut 10 000 Quadratmeter großen Areal an der Kennedystraße eine temporäre Unterkunft für bis zu 400 Menschen errichtet wird. Auf der seit Jahren brachliegenden Fläche sollte ursprünglich einmal das Gewerbegebiet Airport City Cologne entstehen. Nun werden dort für voraussichtlich drei Jahre Flüchtlinge untergebracht. Einen entsprechenden Beschluss haben Bezirksvertretung und der Rat der Stadt Ende vergangenen Jahres verabschiedet.

Errichtet werden zweigeschossige mobile Wohneinheiten. Umgangssprachlich ausgedrückt: Container. Geplant ist, dass die Anlage Anfang 2018 bezugsfertig ist. Überwiegend Familien mit Kindern sollen dort untergebracht werden. In dem Beschluss heißt es irreführend, dass die Unterkunft an der Antoniusstraße liegen soll. Die Wohnstraße liegt jedoch in einiger Entfernung zum richtigen Standort. Einige Anwesenden witterten deshalb schon eine bewusste Irreführung der Bevölkerung.

Die Anzahl der Flüchtlinge und die Lage sorgen für Unmut

Zudem monierten einige Nachbarn, die fehlende Anbindung der geplanten Unterkunft an die Infrastruktur. Supermärkte und Nahverkehr lägen zu weit weg und es gebe keinen Weg in die angrenzende Wohnsiedlung. „Stehen die Menschen dann irgendwann bei uns in den Vorgärten, weil sie einfach über die Felder laufen?“, wollte ein Anwesender wissen.

Bürgeramtsleiter Jürgen Becker versicherte, dass eine Wegeführung noch eingerichtet werde. Momentan führt lediglich ein Trampelpfad von der asphaltierten Straße an der zukünftigen Unterkunft in Richtung Mühlenweg. Die Anzahl von bis zu 400 Flüchtlingen, die in der neuen Containeranlage untergebracht werden können, sorgte zudem für Unmut.

„Für eine sinnvolle Integration sind Unterkünfte in so einer Größenordnung sicherlich nicht sinnvoll“, pflichtet SPD-Ratspolitiker Christian Joisten bei, „allerdings können wir so die größte Not der Menschen lindern und darum geht es hier.“ Auch wenn die Turnhallen, in denen viele Menschen lange untergebracht waren, mittlerweile wieder frei sind, wohnen immer noch viele Flüchtlinge in großen lagerähnlichen Hallen. „Da gibt es kaum Privatsphäre“, sagt Adams.

Neben Misstrauen auch versöhnliche Stimmen

Nach den Turnhallen will die Stadt diese Hallen nun auch möglichst überflüssig machen und die Menschen in abgeschlossenen Wohneinheiten, wie der geplanten Unterkunft in Urbach, unterbringen. Neben dem spürbaren Misstrauen gegenüber der Verwaltung und vereinzelter Angst vor den zukünftigen neuen Nachbarn, gab es auch versöhnliche Stimmen.

Gemeindepfarrer Karl-Heinz Wahlen betonte etwa das bisher erreichte: „Dass die Turnhallen leer sind, ist doch ein toller Erfolg.“ Und Joisten, der auch Integrationspolitischer Sprecher seiner Partei ist, betonte, dass er an keinem der bisherigen Porzer Standorten von Flüchtlingsunterkünften größere Probleme erlebt habe. „Als die Menschen erst einmal da waren, ist das vereinzelte Unbehagen überall verschwunden und die Integration der Menschen funktioniert gut“, so der SPD-Politiker. Betreut wird die Unterkunft in Urbach von der Johanniter-Unfallhilfe.

Fragen beantwortet das Amt für Wohnungswesen per E-Mail:...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta