Flüchtlinge: Turnhallen in Ehrenfeld und Bickendorf für Schulen frei

Mehrere hundert Flüchtlinge ziehen in die Halle am Butzweilerhof.

Die Turnhallen der Grundschule Lindenbornstraße (Ehrenfeld) und der Förderschule Lindweilerhof an der Rochusstraße (Bickendorf) gehörten zu den letzten städtischen Hallen, die noch als Notunterkünfte für Geflüchtete dienten. Seit wenigen Tagen wohnt hier niemand mehr.

Die Hallen sollen – nachdem sie leergeräumt und renoviert wurden – spätestens zu Beginn des neuen Schuljahres am 30. August wieder dem Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen.

Viele der Menschen, die zuletzt in Schulturnhallen leben mussten, sind in die Fertighallen an der Butzweilerhof-Allee nach Ossendorf umgesiedelt. Hier sollen bis zu 480 Menschen untergebracht werden. Vor rund drei Wochen zogen die ersten Bewohner ein. Aktuell leben schon mehr als 300 Menschen dort.

Das berichtete Ursula Adams vom Wohnungsamt in der Bezirksvertretung Ehrenfeld. Dort wurde eine Vorlage der Verwaltung diskutiert, mit der die Finanzierung und die Errichtung mehrerer großer Flüchtlingsunterkünfte genehmigt werden soll.

„Haben ein großes Personalproblem“

Die Hallen am Butzweilerhof sind schon fertig, bei zwei anderen Projekten in Bickendorf sowie in Poll wurde der Bau gerade erst begonnen. Die Verwaltung räumte ein, dass die Vorlage für die politischen Gremien bislang versäumt worden sei. „Wir haben ein großes Personalproblem“, sagte Ursula Adams. Die Bezirksvertretung stimmte zu. Den endgültigen Beschluss fasst der Rat Mitte Juli.

Die neun Fertighallen an der Butzweilerhof-Allee sind zwar bereits fertig, jedoch sei das falsche Bettenmodell geliefert worden, erklärte Ursula Adams. Man stehe bereits in Kontakt mit dem Hersteller und warte darauf, dass die bestellten Betten ausgeliefert würden. Die Leichtbauhallen sind in Kojen unterteilt, die mit einem Sichtschutz jeweils von den benachbarten Schlafeinheiten abgetrennt sind. Weil diese aus Brandschutzgründen aber nicht bis an die Decke reichen, sind die Bewohner der Geräuschkulisse unmittelbar ausgesetzt.

Das Essen wird von einem Cateringunternehmen geliefert. Für die Essenausgabe sowie zum Aufenthalt sind zwei der neun Hallen eingerichtet. Im Plenum der Willkommensinitiative Ehrenfeld wurde berichtet, dass am Butzweilerhof noch Kochgelegenheiten zur Selbstversorgung geschaffen werden sollen, voraussichtlich als Containerlösung.

Kosten für Halle am Butzweilerhof betragen mehr als 22 Millionen Euro

Adams betonte auch, dass die Anlage am Butzweilerhof „in jedem Falle“ zeitlich begrenzt betrieben werde. Die Fläche an der Butzweilerhof-Allee/Anna-Lindh-Straße sei bis Ende 2019 angemietet. Es werde lediglich geprüft, ob für einen Teil des Grundstücks eine Mietverlängerung für ein weiteres Jahr möglich sei. Für den restlichen Teil plant die Eigentümerin – die Butzweilerhof Grundbesitzgesellschaft – den Bau einer Straße. Daher bestehe für diesen Teil des Geländes voraussichtlich keine Option.

Die Kosten für die Anlage am Butzweilerhof betragen mehr als 22 Millionen Euro. Über 14 Millionen Euro wurden schon für Planung und Fertigstellung ausgegeben. Weitere 8,5 Millionen Euro kommen 2018/19 hinzu. „Es ist eine teure Lösung. Nur die Unterbringung in Hotels ist noch teurer“, sagte Ursula Adams. Sie erinnerte daran, dass die Entscheidung für den Bau von Fertighallen schon Anfang 2016 getroffen worden sei angesichts der hohen Zahl an Flüchtlingen, die in den Schulturnhallen notdürftig untergebracht worden war.

Wohnungen für 240 Menschen

In Kürze soll mit der Errichtung der Container-Wohnanlage an der Wilhelm-Schreiber-Straße begonnen werden. Auf dem ehemaligen Sportplatz der benachbarten Grundschule entstehen Wohnungen für 240 Menschen. Laut Verwaltung entsprechen die drei jeweils zweigeschossigen Bauten der Energie-Einsparverordung 2016. Sie erhalten Satteldächer und vorgehängte Fassadenplatten, sodass sie der Nachbarbebauung angepasst werden können. Insgesamt werden für das Projekt über 2,3 Millionen Euro ausgegeben.

Jede Wohneinheit hat eine eigene Küche. Dagegen werden die Sanitärräume zentral angelegt. Jede Etage wird mit jeweils zwei Wasch- und zwei Toilettenräumen ausgestattet – nach Geschlechtern getrennt. Die Waschräume bieten jeweils fünf Duschzellen und sechs Waschplätze. Darüber hinaus ist im Erdgeschoss eines jeden Hauses ein Raum für Waschmaschinen und Trockner geplant.

Die Flächen zwischen den Häusern werden asphaltiert. Außerdem sind Spielplätze, Park- und Fahrradabstellplätze sowie Flächen für Müllcontainer, Wäschespinnen und Teppichklopfstangen vorgesehen.

Am Dienstag, 20. Juni, findet um 19 Uhr das nächste Plenum des Runden Tisches Flüchtlingshilfe in Bickendorf/Ossendorf statt. Ort ist das Pfarrzentrum BiOsInn der Katholischen Kirchengemeinde, Rochusstraße 141....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta