Flüchtender Straftäter in Erfurt von Polizist angeschossen

Bei der Fahndung nach zwei flüchtigen mutmaßlichen Straftätern haben Polizisten in Erfurt einen der Verdächtigen angeschossen. Die Verdächtigen waren nach einem Einsatz der hessischen Polizei Mitte November zur Fahndung ausgeschrieben

Bei der Festnahme von mutmaßlichen Straftätern im Zusammenhang mit Drogendelikten ist in Erfurt einer der Verdächtigen von einem Polizisten angeschossen worden. Der 28-Jährige erlitt bei dem Einsatz am Mittwochabend eine Schussverletztung in der Schulter und wurde in eine Klinik gebracht, wie die Staatsanwaltschaft Erfurt am Donnerstag mitteilte. Es bestand demnach aber keine Lebensgefahr.

Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Kassel wegen Verdachts des Handels und Einfuhrschmuggels von Betäubungsmitteln. Als der aus Hessen stammende 28-Jährige und eine 34-Jährige am Erfurter Hauptbahnhof festgenommen werden sollten, habe sich der Mann losgerissen und sei geflüchtet.

Daraufhin habe ein Beamter der Bundespolizei insgesamt vier Schüsse, davon drei Warnschüsse abgegeben, erklärte die Erfurter Staatsanwaltschaft. Ein Schuss traf den Flüchtenden an der Schulter, er konnte kurz darauf festgenommen werden.

Die beteiligten Polizeibeamten seien zuvor über Funk darauf hingewiesen worden, dass der 28-Jährige möglicherweise eine Schusswaffe bei sich haben könnte. Eine Waffe wurde bei seiner Festnahme nicht gefunden.

Die Kriminalpolizei Erfurt leitete gegen den betreffenden Polizeibeamten ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der Körperverletzung im Amt ein. Es sollen die Umstände der Schussabgabe geprüft werden.

Bei dem Polizeieinsatz wurden zwei weitere Tatverdächtige im Alter von 23 und 25 Jahren aus Erfurt festgenommen. Bei der Durchsuchung des Autos der 34-Jährigen fanden die Ermittler insgesamt 25 Kilogramm Haschisch und Marihuana, die in dem Fahrzeug "verbaut" waren. Bis auf den 28-Jährigen befanden sich alle Verdächtigen in polizeilichem Gewahrsam.