Fitnessstudios im Test: Nur ein Anbieter betreut seine Kunden gut

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: gettyimages)

Fitness First, Clever Fit, FitX, McFit – wer in die Muckibude gehen will, braucht sich vielerorts über mangelnde Auswahl nicht zu beklagen. Aber was taugen die großen Ketten, wie gut sind die Geräte und wie steht es um die Betreuung der Kunden? Auch preislich gibt es große Unterschiede: Die Jahresbeiträge reichen von 250 bis 1.000 Euro. Stiftung Warentest untersuchte sieben Fitnesstudioketten. Ergebnis: Nur ein Anbieter schafft die Gesamtnote “Gut”.

 

Einführungstraining, Trainingsplan, Betreuung, Geräteausstattung, Serviceangebot und Vertragsbedingungen – mit diesen Hauptkriterien untersuchte Stiftung Warentest vier Monate die Angebote großer Fitnessstudios. Für 35 geschulte Tester hieß es: Ab aufs Laufband!

Verdeckt als Studioneulinge nahmen Sie die Angebote in Anspruch, ließen sich Einführungen geben und Trainingspläne erstellen. Anschließend standen jeweils fünf Trainingsbesuche auf dem Programm, die anhand standardisierter Erhebungsbögen protokolliert wurden. Darüber hinaus überprüfte ein Sportwissenschaftler die Qualität der Trainingspläne. Pro Anbieter überprüften die Verbraucherschützer fünf Studios in unterschiedlichen Städten.

Ganz oben auf der Liste standen beim Test die Betreuung der Kunden und die Kompetenz der Trainer. “Genau daran hapert es oft. Das zeigt unser Test der sieben großen Fitnessketten”, so die Experten. Zwar sei an ihrer Ausstattung mit Geräten und Räumlichkeiten kaum etwas auszusetzen gewesen, aber die Betreuung habe fast überall zu wünschen übrig gelassen. Die Tester stellten oft einen Mangel an Trainern fest, zudem würden die verfügbaren Trainer die Kunden in vielen Fällen nicht gut betreuen.

Der Testsieger

Deshalb schnitt beim aktuellen Test lediglich eine Fitnesskette mit dem Gesamturteil “Gut” ab: Kieser Training. “Der Schweizer Betreiber spielt eine Sonderrolle. Unbeirrt von wechselnden Fitnessmodellen offerieren Kieser-Studios seit 50 Jahren fast unverändert ausschließlich gesundheitsorientiertes Muskeltraining an Maschinen – mit Betonung der Stärkung des Rückens”, erklärt Stiftung Warentest.

Im Test sei Kieser der einzige Anbieter gewesen, der seine Kunden “gut” betreut. Die Trainer seien meistens präsent gewesen und hätten darauf geachtet, dass Bewegungsabläufe korrekt ausgeführt wurden. Probleme seien kompetent gelöst worden.

Ganz günstig ist das Training beim Schweizer Anbieter jedoch nicht. Der Jahresbeitrag schlägt mit mindestens 590 Euro zu Buche. Kurse, Saunas oder Dampfbäder bietet Kieser nicht an.

In allen anderen Studios waren die Trainingsbedingungen zwar “gut”, aber mit der Betreuung sah es mau aus. Um die Trainer zu einzuschätzen, trainierten die Tester absichtlich falsch, schilderten auch körperliche Beschwerden wie Kribbeln im Bein oder Schwindelgefühle. Kaum ein Trainer habe von sich aus fehlerhafte Ausführungen korrigiert oder auf die geäußerten Beschwerden angemessen reagiert.

Die Ketten Easyfitness.club, Injoy, Fitness First und FitX kamen trotz Kritik an der Kundenbetreuung immerhin noch mit dem Gesamturteil “Befriedigend” weg. Clever Fit und McFit schafften jeweils nur das Gesamturteil “Ausreichend”.

Den vollständigen Bericht von Stiftung Warentest zum Thema „Fitnessstudios“ finden Sie hier (kostenpflichtig).

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