Fitness-App offenbart militärische Sicherheitslücke

Nicht mal beim Sport kann man mehr auf Diskretion zählen. Die Auswertung einer Fitness-App im Internet hat nun eine mögliche militärische Sicherheitslücke offenbart.

Denn wer den Online-Fitness-Tracker der Firma Strava auf sein Handy geladen hat oder die Armbänder Fitbit oder Jawbone nutzt, der trägt durch GPS-Ortung zur Erstellung einer Weltkarte aus Lichtpunkten bei, die online eingesehen werden kann .

Nach Angaben des Anbieters Strava mit Sitz in San Francisco nutzen 27 Millionen Menschen diesen Dienst. Die Aktivitätsdaten würden gesammelt, um die sportlichen Leistungen verschiedener Nutzer vergleichbar zu machen. Unter diesen Nutzern sind Angehörige der überall auf der Welt stationierten Streitkräfte der USA - und die verraten so neben der genauen Lage der Stützpunkte auch ihre Joggingstrecken. Dass es sich um Soldaten handeln muss, wird klar, wenn in entlegenen Ecken der Welt oder in Kriegsgebieten plötzlich Joggingstrecken "getrackt" werden.

Menschen mit terroristischen Absichten etwa könnten sich diese Informationen zunutze machen, so nun die Befürchtung. Einem Militärsprecher zufolge, nimmt die US-Armee die Karte nun genau unter die Lupe. Der britische Experte für militärische Strategie, Ewan Lawson, spricht von einer ernsten Lage, ist aber wenig überrascht.

"Diese veröffentlichten Informationen sind zusätzlicher Natur. Denn Satellitenbilder aller möglichen Orte auf der Welt sind ja ohnehin auf kommerziellen Internetseiten einsehbar. Wer also Schindluder mit solchen Aufnahmen treiben will, konnte das bereits vorher. Strava fügt all dem lediglich etwas hinzu."

Den Stein ins Rollen brachte übrigens ein australischer Student, der gar nicht fassen konnte, was da online frei und für jeden zugänglich ist.