Fitbit und der wahre Grund für die Partnerschaft mit Adidas

Motley Fool Investmentanalyst

Die Fitnesstracker-Firma Fitbit (WKN:A14S7U) gab eine Partnerschaft mit adidas (WKN:A1EWWW) im Rahmen der Markteinführung der Ionic-Smartwatch im September bekannt, die im nächsten Jahr ein Gerät und Trainingsprogramme veröffentlichen soll. Damit soll die personalisierte Coaching-Software von Fitbit mit der Expertise von Adidas ergänzt werden. Hier der Clou: Das alles hat mit China zu tun. Adidas war dort nämlich erfolgreich, Fitbit nicht.

Das China-Problem

Das Fitbit-Management erwähnte China nicht in der Telefonkonferenz oder in den Finanzunterlagen, es sei denn, ein Analyst stellt eine Frage dazu. Die jüngste Erwähnung Chinas war fand im letzten Quartal 2016, als James Park, Fitbits CEO, sagte: “… wir haben in großen Märkten wie China noch nicht viel an Zugkraft gewonnen …”

Fitbit gibt den Umsatz für den chinesischen Markt bei der Region Asia Pacific (APAC) mit an. Im zweiten Quartal erreichte die Region trotz eines Wachstums von 46 % gegenüber dem Vorjahresquartal lediglich 21 Millionen US-Dollar oder 5,9 % des Gesamtumsatzes. Die Hälfte der APAC-Einnahmen kommt aus Australien, so dass China im Vergleich zum Potenzial des Landes nur einen geringen Beitrag zum Umsatz beisteuert.

Die Herausforderung für Fitbit in China besteht darin, dass es zwischen dem beliebten Low-Cost-Tracker-Hersteller Xiaomi und dem High-End von Apple stecken bleibt. Xiaomi verkauft im Preisbereich von 25 US-Dollar, was selbst Fitbits Einstiegsmodell für 59 US-Dollar hochpreisig aussehen lässt. Am oberen Ende steht Fitbit unter Druck, um mit Apple zu konkurrieren, das im Geschäftsjahr 2016 48 Milliarden US-Dollar in der Region erwirtschaftete.

Hier spielt die Adidas-Partnerschaft für Fitbit eine entscheidende Rolle.

Eilt Adidas zur Rettung?

Die Idee mit der Partnerschaft mit einem anderen Unternehmen gibt es schon seit einiger Zeit. Im Februar diesen Jahres sagte Park: “Eine Sache, die wir tun werden, ist, in einigen dieser asiatischen Länder ein Partnerschaftsmodell zu versuchen, als diesen Markt allein zu entwickeln. In einem Interview im September bestätigte Finanzvorstand Bill Zerella, dass Fitbit sich von der Partnerschaft mit Adidas erhofft, dass sie dem Unternehmen auf dem chinesischen Markt helfen wird.

Aber diese Marke [adidas] ist eine sehr große Gesundheits- und Fitness-Marke. Wir freuen uns also sehr über die Chance, denn wir haben in China offen gesagt nicht wirklich etwas erreichen können.

Zerella erklärte weiter, dass es in China etwa 10.000 Adidas Stores gebe. Ungefähr 200 sind im Besitz der Firma, der Rest sind echte Franchises. Adidas hat eine starke Fangemeinde in China, erzielte dort im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 3,5 Milliarden US-Dollar und verzeichnete ein währungsneutrales Umsatzwachstum von 28 % gegenüber dem Vorjahr.

Auch wenn Fitbit in China einen anderen Grund für die Partnerschaft hat, ist die Erweiterung des Fitbit-Coaching-Angebots durchaus sinnvoll.

Fitbit Coach + Adidas

Im Zuge der Markteinführung der Smartwatch überarbeitete das Unternehmen seine Fitstar-App und benannte sie in Fitbit Coach um. Das Unternehmen ist der Meinung, dass seine Coachingfunktionen ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu einem Low-End-Tracker sind, der lediglich ein Protokoll über Schritte und andere Fitness-Kennzahlen führt. Fitbit kündigte die Partnerschaft mit Adidas für eine Sonderedition der Uhr und der Trainingsprogramme ab 2018 an.

Diese Partnerschaft wird das Know-how von Adidas in Bezug auf das robuste Leistungsprogramm mit Fitbit-Daten und den Erkenntnissen von Millionen von Nutzern weltweit nutzen, um Sportler aller Leistungsstufen dabei zu unterstützen, bessere Leistungen zu erbringen, besser zu spielen und sich besser zu fühlen.

Dies ist eine großartige Ergänzung zu Fitbits Coaching-Features und gibt Fitbit zusätzliche Glaubwürdigkeit und damit mehr Kunden.

Den Erfolg von Adidas zu nutzen scheint für Fitbit ein großer Schritt zu sein, aber der Teufel steckt im Detail. Wir hoffen, dass Fitbit die Marketing- und Vertriebsplanung Adidas überlässt und sich auf das konzentriert, was es am besten kann. Auch Zerella, der von der Gelegenheit begeistert war, beendete seine Ausführungen über die Herausforderungen in der Region mit: “Wir werden sehen, wie es sich im Laufe der Zeit entwickelt.

Da stimme ich ihm zu. Die Investoren sollten darauf achten, ob dies der Schlüssel für das Wachstum von Fitbit in China sein kann.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Apple und Fitbit. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 150 USD Calls auf Apple, Short Januar 2020 155 USD Calls auf Apple.

Dieser Artikel wurde von Brian Withers auf Englisch verfasst und am 11.11.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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