Hildebrand warnt: Pokalfinale kommt für Neuer zu früh

Florian Plettenberg, Jochen Stutzky
Timo Hildebrand warnt den FC Bayern vor einem Einsatz von Manuel Neuer

Erstmals seit rund acht Monaten Verletzungspause steht Torwart Manuel Neuer nach seinem dritten Bruch des linken Mittelfußes wieder im Kader des FC Bayern München.

Am Freitag flog er mit der Mannschaft nach Berlin, wo die Bayern am Samstag (ab 20 Uhr im LIVETICKER) im DFB-Pokalfinale auf Eintracht Frankfurt treffen.

Sofort wird er nicht zwischen den Pfosten stehen, wie Trainer Jupp Heynckes auf der Pressekonferenz am Freitag klarstellte.

Sollte er auch nicht, findet Ex-Nationalkeeper Timo Hildebrand.

Hildebrand: Neuer-Einsatz verfrüht

"Nach so einer langen Pause direkt im Pokalfinale zu spielen, geht nicht", sagt Hildebrand im Gespräch mit SPORT1: "Warum auch? Sven Ulreich hat bislang eine super Saison gespielt und hat sich seinen Einsatz in Berlin auch verdient."

Zwischen September 2014 und Januar 2015 spielte Hildebrand selbst bei der Eintracht, absolvierte aber nur drei Liga-Spiele. Im März 2016 beendete der heute 39-Jährige seine Karriere.

Seinen Ex-Verein sieht er gegen den 18-maligen DFB-Pokalsieger nicht chancenlos.

"Damit Frankfurt eine Chance hat, muss Lukas Hradecky (Eintracht-Torwart, Anm. d. Red.) aber eine überragende Leistung bringen. Und im Spiel nach vorne darf sich Frankfurt nicht verstecken", sagt Hildebrand: "Bayern ist trotz der Klatsche gegen Stuttgart (1:4, Anm. d. Red.) Favorit. Sie werden ihre Leistung am Samstag wieder hochfahren, es wird aber ein enges Spiel."

Keine Torwart-Sorgen bei der WM

Verfolgt hat Hildebrand auch die Kadernominierung von Bundestrainer Joachim Löw. Darin, dass sich ab Mittwoch vier Torhüter im DFB-Trainingslager in Südtirol um drei Plätze für die WM in Russland streiten, sieht er kein Problem.

"Die Jungs kennen sich gut und sind ein eingespieltes Team. Dass Neuer vorerst dabei ist, hat mich auch nicht überrascht. Wie Jogi Löw schon gesagt hat: Man will sich das offen halten."

Dennoch, so Hildebrand, ergebe es für Neuer nur Sinn mitzufahren, wenn er bis zur WM in mindestens zwei Testspielen Spielpraxis gesammelt habe. "Als Ersatztorwart mitzufahren ist sinnlos. Dann sollte er der WM lieber fernbleiben und sich richtig auskurieren."

Denn für Hildebrand steht fest: "Ter Stegen könnte Neuer nahezu Eins zu Eins ersetzen. Er hat bei Barcelona in den letzten Jahren Topleistungen gezeigt und Titel geholt."