Firmenbondkrise von 2022 reißt größere Löcher als Lehman-Kollaps

(Bloomberg) -- Der Abverkauf am Rentenmarkt, der mit dem Straffungskurs der Europäischen Zentralbank einhergegangen ist, hat bei Firmenbonds in den führenden Weltwährungen Einbußen im zweitstelligen Prozentbereich bewirkt.

Gegenüber dem Jahreswechsel sitzen Anleger in Euro-denominierten Unternehmensanleihen hoher Bonität mittlerweile auf einem Verlust von über 10%, wie Bloomberg-Anleiheindizes zeigen. Der Abwärtstrend übertrifft damit zu diesem Zeitpunkt im Jahr alle bisherigen Baissen.

Zum Vergleich: Nach Beginn der Corona-Pandemie in Europa im Jahr 2020 hatte der Bloomberg Euro Aggregate Corporate Total Return Index Verluste von bis zu 7,3% erlitten. Im Nachgang des Zusammenbruchs von Lehman Brothers erreichten die Einbußen 2008 bis zu 6,1%.

Die zinssensibleren Märkte für Firmenanleihen in Dollar und Pfund haben bereits im früheren Jahresverlauf Einbußen im zweistelligen Prozentbereich verzeichnet.

“Eine Ära endet”, schrieb Soren Willemann, Chef der europäischen Credit-Strategie bei der Barclays Bank Plc, in einer Analyse. “Auch wenn sich die Dinge dem relativen Wert nach zugunsten von Europa gewendet haben, ist es unbestreitbar, dass Europa im Auge des Sturms bleibt.”

Überschrift des Artikels im Original:

Credit’s Rout Is So Severe That Double-Digit Losses Are the Norm

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©2022 Bloomberg L.P.

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