Fipronil: Landwirtschaftsminister fordert effizienteres Warnsystem

dpa-AFX

TALLINN (dpa-AFX) - Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat angesichts des Eier-Skandals einen besseren Informationsaustausch in Europa gefordert. "Ich erwarte, dass das europäische Schnellwarnsystem dem Namen gerecht wird", sagte der CSU-Politiker am Dienstag bei einem Treffen von EU-Agrarministern in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Es müsse leider feststellt werden, dass monatelang in anderen Ländern Informationen verfügbar gewesen und nicht an Deutschland weitergegeben worden seien.

Der Skandal um mit Fipronil belastete Eier ist an diesem Dienstag erstmals Thema bei einem EU-Ministertreffen. Der für Lebensmittelsicherheit zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis soll die EU-Agrarminister in Tallinn über die aktuelle Lage und die jüngsten Entwicklungen informieren.

Nach den bisherigen Ermittlungen gelangte das Insektengift Fipronil in die Eier, weil es unerlaubterweise zur Reinigung von Ställen eingesetzt wurde. Belastete Produkte wurden mittlerweile aus 24 EU-Staaten sowie 16 Nicht-EU-Ländern gemeldet.

Bei der politischen Aufarbeitung des Skandals geht es vor allem um die Frage, ob die Kontrollen und das Krisenmanagement verbessert werden können. In den Niederlanden bekamen Behörden bereits im vergangenen Jahr einen Hinweis darauf, dass Fipronil illegal in Ställen eingesetzt werde. Und selbst nachdem belgische Behörden in Eiern Fipronil nachgewiesen hatten, dauerte es dann noch einmal mehr als zwei Wochen, bis am 20. Juli über das EU-Schnellwarnsystem RASFF auch die anderen Mitgliedstaaten informiert wurden.