Fintech Tomorrow rechnet mit Fynn Kliemann ab: „Sind schockiert“

Influencer und Unternehmer Fynn Kliemann warb für die Hamburger Smartphone-Bank Tomorrow.
Influencer und Unternehmer Fynn Kliemann warb für die Hamburger Smartphone-Bank Tomorrow.

Um den Influencer und Unternehmer Fynn Kliemann (34) wird es geschäftlich zunehmend einsam. Nach Bekanntwerden von Betrugsvorwürfen wegen unsauberer Maskendeals hat nun auch die Hamburger Smartphone-Bank Tomorrow die Zusammenarbeit mit ihm beendet.

„Wie viele unserer Kund:innen, Fans und Partner:innen sind auch wir schockiert angesichts der Vorwürfe gegenüber Global Tactics und Fynn Kliemann“, teilte das Fintech am Mittwochabend auf Instagram mit. Ein „vorsätzliches Verschleiern der Lieferkette, eine Ungleichbehandlung von Menschen und die Täuschung von Kund:innen“ sei mit den Werten des Unternehmens nicht vereinbar. Kliemann wird vorgeworfen, Atemschutzmasken aus Asien als „faire“ und „europäische“ Fabrikate verkauft zu haben. Zudem soll er eine fehlerhafte Charge von Masken an Flüchtlingscamps verteilt haben.

Kliemann-Firma produzierte Hoodies für das Fintech

Der Influencer hatte in der Vergangenheit wiederholt für das Produkt des Fintechs geworben, ein mobiles Girokonto mit nachhaltigen Sparoptionen. Außerdem haben Kunden laut Tomorrow Rabatte beim Kauf von Artikeln aus Kliemanns Modeshop Oderso erhalten. Fynn Kliemann sei für seine Werbeleistungen auch vergütet worden. In welcher Höhe, ließ man offen. Die Textilfirma Global Tactics, an der Kliemann beteiligt ist, verschickte für Tomorrow zudem Kapuzenpullis mit Slogans des Fintechs.

Das Fintech, das sich in der Öffentlichkeit als sozial-ökologische Bank positioniert, schlägt in seiner Stellungnahme deutliche Töne an. Die Vorkommnisse seien auch „gesamtgesellschaftlich bitter, da ein Generalverdacht von 'Wohlfühl-Kapitalismus' und 'Greenwashing' vielen Projekten und Bewegungen schade, die das Potenzial hätten, zur Lösung von „großen Herausforderungen der aktuellen Zeit“ entscheidend beizutragen. Der größte Schaden sei aber den direkt Betroffenen entstanden.

Weitere Partner beenden Zusammenarbeit

Die Tomorrow Bank reiht sich damit ein in eine Reihe von Unternehmen, die ihre Werbepartnerschaften mit Fynn Kliemann wegen der Betrugsvorwürfe beendet haben. Dazu zählen unter anderem die Trinkwasserschutzorganisation Viva con Agua, der Online-Modehändler About You, der Spirituosen-Hersteller Berentzen sowie die Baumarktkette Toom. Fynn Kliemann selbst erklärte vor einigen Tagen bei Instagram, er wolle sich demnächst noch einmal detailliert zu den Vorwürfen äußern.

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