Finnische Wähler bestätigen Niinistö mit großer Mehrheit im Amt

Die Finnen haben am Sonntag einen neuen Präsidenten gewählt. Amtsinhaber Sauli Niinistö hat gute Chancen auf eine weitere sechsjährige Amtszeit. Er lag in allen Umfragen klar vorne und könnte demnach zwischen 51 und 63 Prozent der Stimmen erhalten

Bei der Wahl in Finnland hat Präsident Sauli Niinistö einen großen Vertrauensbeweis der Bürger erhalten: Die Wähler bestätigten den 69-jährigen Konservativen am Sonntag mit einer Mehrheit von beinahe zwei Dritteln im Amt. Mit Erreichen der absoluten Mehrheit kommt Niinistö, der als unabhängiger Kandidat antrat, um eine Stichwahl herum und kann weitere sechs Jahre im Amt bleiben.

Niinistö kam nach Auszählung des Großteils der Stimmen auf rund 62 Prozent. Auf dem zweiten Platz landete mit großem Abstand der Grünen-Kandidat Pekka Haavisto. Er erhielt rund zwölf Prozent. "Ich bin überrascht und bewegt von dieser großen Unterstützung", sagte der Präsident in Helsinki. Gegenkandidat Haavisto gratulierte ihm zu einem "klaren Sieg".

Niinistö gilt als populärster finnischer Staatschef seit Jahrzehnten. Ihm gelang es als erstem Kandidaten seit Einführung des Stichwahl-Systems im Jahr 1994, gleich im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit zu erreichen.

Niinistö hatte vor seiner Wahl zum Präsidenten 2012 nicht nur mehrere Ministerämter inne, sondern war auch Parlamentspräsident. Der aus einer Arbeiterfamilie stammende Jurist hatte sich in seiner ersten Amtszeit um eine Annäherung des EU-Mitglieds Finnland an die Nato bemüht, ohne dabei den großen Nachbarstaat Russland zu verärgern. Trotz der Ukraine-Krise um die Krim-Halbinsel 2014 pflegt Niinistö gute Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Finnland teilt sich mit Russland eine lange Grenze. Erst 1917 löste sich das Land von Russland und wurde unabhängig. Seine Außenpolitik ist geprägt von dem Bemühen, einen westlich orientierten Kurs zu fahren, ohne Russland zu verprellen.

Dieser Tradition fühlt sich auch Niinistö verpflichtet. "Niinistö strebt keine Nato-Mitgliedschaft an, aber er tritt für starke Bindungen zum Westen ein", sagte Politikprofessor Tapio Raunio von der Universität Tampere zu AFP. "Diese Haltung wird von den wichtigsten Parteien und auch von der öffentlichen Meinung geteilt."