Ein Finanzplaner erklärt, wie viel ihr für den Notfall sparen solltet, wenn ihr bald in Rente gehen wollt

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Falls ihr vorhabt, bald in den Ruhestand zu gehen, habt ihr vermutlich eine Menge finanzieller Angelegenheiten, um die ihr euch kümmern müsst. Eine Sache, an die ihr vielleicht noch nicht gedacht habt, sind Notfallfonds: Geldanlagen und damit Rücklagen für unerwartete Notfälle.

Ein Notfallfonds ist so einfach wie banal, aber von enormer Wichtigkeit für die Altersvorsorge: Es ist ein Sparkonto, das nur für unerwartete Ausgaben geführt wird. Im Allgemeinen empfehlen Finanzplaner, auf einem solchen Konto ein Vermögen im Wert von drei bis sechs Monatsausgaben zu halten. Doch im Ruhestand ändere sich diese Richtlinie, sagt eine Finanzplanerin. Sie gibt Tipps, wie ihr für eure Altersvorsorge richtig anlegt.

Legt einen größeren Notfallfonds für den Ruhestand an

Während eurer Berufstätigkeit werdet ihr keinen so großen Notfallgroschen benötigen. Im Ruhestand ändere sich das, so die Finanzplanerin Mamie Wheaton vom Finanzunternehmen LearnLux. Für die Altersvorsorge sei es wichtig, einen größeren finanziellen Puffer einzurichten.

Das zusätzlich angesparte Geld bedeute mehr Sicherheit, so Wheaton. „Ich empfehle Rentnerinnen und Rentnern oder Personen, die kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand stehen, etwa zwölf Monate an liquiden Mitteln zur Verfügung zu haben“, erzählt sie.

Die Summe ist in den meisten Fällen höher als traditionelle Notfallfonds vieler Berufstätiger. Sie fügt hinzu, dass zwölf Monate allerdings nicht das Maximum seien, das ihr halten könntet: „Jeder Mensch hat ein gewisses Maß an Komfort, was die Menge an liquiden Mitteln angeht. ‚Finanzielle Sicherheit‘ bedeutet nicht für alle Menschen dieselbe Summe“, sagt sie. Für jemanden, die oder der sich nach zusätzlicher Sicherheit sehnt, ist es vielleicht keine schlechte Idee, ein paar Monatsausgaben mehr auf dem Konto angespart zu haben.

Nutzt die Notfallfonds für den Fall unerwarteter Ausgaben oder eines Abfallens des Aktienmarktes

Es gibt viele Situationen, in denen ihr den Notfallfonds gebrauchen könnt. Von Reparaturen am Haus oder eurer Wohnung bis hin zu unerwarteten Rechnungen. Diese plötzlichen Ausgaben enden nicht im Ruhestand. Im Gegenteil – es kommen weitere Situationen hinzu, in denen es von Vorteil sein kann, einen größeren Puffer angelegt zu haben.

Zum einen kann es sich als ungünstig erweisen, Geld vom Rentendepot abzuziehen, wenn der Aktienmarkt einbricht und das Anlagevermögen sinkt. In diesem Fall sei es sinnvoller, auf das Sparkonto zurückzugreifen anstelle des Rentenkontos, erklärt Wheaton. „Wenn ihr einen großen Teil eurer Altersvorsorge in Wertpapieren angelegt habt, solltet ihr wahrscheinlich einen etwas größeren Bargeldpuffer haben. So könnt ihr verhindern, dass ihr bei einem Börsenabschwung auf dieses Anlagekonto zurückgreifen müsst“, erklärt sie. „Dann können sich die Anlagen erholen.“

Ein größerer Notfallfonds im Ruhestand kann euch aber nicht nur helfen, weiterhin eure Ausgaben und gewünschten Lebensstil zu decken, wenn der Markt einbricht. Er kann auch hilfreich sein, falls unerwartete medizinische Notfälle oder Ausgaben erforderlich werden. Es werden nicht immer alle Behandlungsmethoden für Erkrankungen von der Krankenkasse gedeckt. Habt ihr jedoch ein Sparkonto für solche Fälle, müsst ihr euch weniger Gedanken über bezahlbare Behandlungen machen. „Sie sollten sich auf höhere Gesundheitskosten vorbereiten. In jungen Jahren denkt man nicht wirklich an solche Dinge“, sagt sie, „doch später können Rücklagen dafür sehr nützlich sein“.

Die Finanzberaterin rät darüber hinaus, einen großen Notfallfonds zu haben, um das Rentenkonto zu schützen. „In der Regel möchte man keine großen Geldbeträge von seinem Rentenkonto abheben. Wenn ihr einen Notfall oder eine medizinische Ausgabe habt, für die ihr aufkommen müsst, ist es besser, Geld von eurem Notfallfonds zu nehmen“, erklärt Wheaton. Auf diese Weise ist euer Ruhestandsgeld da, wenn ihr es braucht. Und euer Sparkonto sorgt dafür, dass auch das Unerwartete abgedeckt ist.

Dieser Artikel wurde von Julia Knopf aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

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