Finanzministerium: Deutschland hat relativ wenig Schulden

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BERLIN (dpa-AFX) - Trotz fast 2,2 Billionen Euro Schulden von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung bei Banken und Privatunternehmen sieht das Bundesfinanzministerium Deutschland finanziell gut aufgestellt. "Der Verweis auf einen "Höchststand" lässt die für die Schuldentragfähigkeit entscheidenden relativen Zahlen völlig außer Betracht", erklärte ein Sprecher des Ministeriums am Mittwoch in Berlin. Die Zahlen sollten vielmehr im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt betrachtet werden.

Am Vortag hatte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden einen Höchststand bei den öffentlichen Schulden gemeldet. "Der Anstieg ist im Wesentlichen in der Aufnahme finanzieller Mittel für Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise begründet", hieß es. Seit Ende 2019 seien die Schulden damit um 15,6 Prozent gestiegen.

"Deutschland hat trotz der beispiellosen Herausforderung durch die Corona-Pandemie mit Blick auf frühere Jahre vergleichsweise wenig Schulden", sagte der Sprecher des Ministeriums. In den Jahren 2009 bis 2016 sei die Verschuldung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt durchgehend deutlich höher gewesen als heute, und zwar habe sie bei mehr als 70 Prozent, teils sogar mehr als 80 Prozent gelegen. "Aktuell liegen die Schulden deutlich niedriger." Lege man die Daten des Statistischen Bundesamtes zugrunde, so liege der Schuldenstand im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt Ende September 2020 bei etwa 66 Prozent.