Finanzminister Scholz erteilt strengeren CO2-Grenzwerten für Pkw offenbar eine Absage


Deutschland will sich einem Medienbericht zufolge auf EU-Ebene nicht mehr für eine 50-prozentige Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes von Autos stark machen. Das berichtet der „Spiegel“ am Samstag unter Berufung auf eigene Informationen.

Demnach rügte Finanzminister Olaf Scholz seine Kollegin aus dem Umweltressort, Svenja Schulze, für derartige Vorschläge. Eine wichtige Rolle spielte laut dem Magazin ein Besuch von Betriebsräten deutscher Autokonzerne bei Schulz Mitte Juli. Diese hätten erklärt, eine 50-prozentige Senkung sei technisch nicht möglich und würde zum Verlust vieler Arbeitsplätze führen.

Deutlich höhere CO2-Grenzwerte sind damit für die Bundesregierung kein Thema mehr. Dem „Spiegel“ zufolge geht es nur noch darum, wie Umweltministerin Schulze aus dem Konflikt ohne Gesichtsverlust hervorgeht.


Klimaschützer kritisierten den Vorgang scharf. Christian Hochfeld, Direktor des Thinktanks Agora Verkehrswende, erklärte laut Spiegel, es ginge Autokonzernen und Zulieferern lediglich darum „dem traditionellen Verbrennungsmotor den Lebensabend in Europa künstlich zu verlängern“.

Im Juni war bekanntgeworden, dass Schulze für den Zeitraum zwischen 2021 und 2030 den CO2-Ausstoß von Personenwagen und leichten Nutzfahrzeugen um die Hälfte senken will. Die EU-Kommission hatte eine Verringerung von 30 Prozent vorgeschlagen. Weltweit wird nach Wegen gesucht, den Ausstoß des Klimagases CO2 zu verringern. Dem Verkehr kommt dabei eine wichtige Rolle zu.

Mit Material von Reuters.