Finanzloch wegen Corona: McLaren könnte historische F1-Autos beleihen

Juliane Ziegengeist

Die Corona-Krise hat alle Formel-1-Teams finanziell schwer getroffen. Vor allem die kleineren Teams fürchten um ihre Existenz. McLaren erwägt offenbar, bis zu 275 Millionen Pfund (rund 307 Millionen Euro) aufzubringen, indem es seinen Hauptsitz in Woking als auch historische Formel-1-Fahrzeuge mit einer Hypothek belastet.

Wie 'Sky News' berichtet, reagiert der Hersteller damit auf einen von der britischen Regierung abgelehnten Antrag, mit dem man ein Darlehen in Höhe von 150 Millionen Pfund erwirken wollte. Auch Williams hinterlegte kürzlich seine Autosammlung sowie die Fabrik als Sicherheit für ein Darlehen von Michael Latifi.

Obwohl McLaren im Laufe der Jahrzehnte viele seiner historischen Rennwagen bereits verkauft hat, besitzt das Team noch immer eine umfangreiche Sammlung, darunter auch einige Weltmeisterautos. Die Boliden, die in Verbindung mit Ayrton Senna stehen, gelten dabei freilich als die wertvollsten, wie Auktionen zeigen.

So wurde der MP4/8, mit dem der Brasilianer 1993 in Monaco gewann, im Mai 2018 versteigert und brachte 3,7 Millionen Pfund (4,1 Millionen Euro) ein. Laut 'Sky' beläuft sich der Gesamtwert der McLaren-Autosammlung auf einen Wert von bis zu 250 Millionen Pfund, die Fabrik wird auf 200 Millionen Pfund geschätzt.

Einzelheiten über seine Pläne zur Beschaffung von Geld wollte der Hersteller gegenüber 'Motorsport-Total.com' nicht preisgeben. "Wie jedes andere britische Unternehmen ist McLaren von der aktuellen Pandemie schwer betroffen. Wir prüfen daher eine Vielzahl verschiedener Finanzierungsmöglichkeiten", sagte ein Sprecher.

2017 dienten 13 der wertvollsten McLaren-Oldtimer schon mal als Sicherheit für eine ausstehende Zahlung (37,5 Millionen Pfund) an Ex-Teamchef und Miteigentümer Ron Dennis. Die Summe konnte - zusammen mit dem Rückkauf von Dennis' Aktienanteilen - planmäßig geleistet werden. Die Autos blieben im Besitz von McLaren.

Mit Bildmaterial von LAT.