„Finanzkrise 2.0“: Experten erklären, was den Kartell-Skandal so gefährlich macht (766403, 766400, 710000, 519000, 675700)

John Stanley Hunter

Bereits seit drei Jahren weiß die EU-Kommission offenbar über das mutmaßliche Autokartell Bescheid. Daimler hatte schon im Jahr 2014 Selbstanzeige erstattet, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Anleger der Autokonzerne ärgern sich im Nachhinein, über derartig gravierende Entwicklungen nicht frühzeitig informiert gewesen zu sein.

Nachdem der „Spiegel“ vergangene Woche berichtete, dass Audi, Volkswagen, Daimler und BMW sich seit den 90er Jahren in geheimen Zirkeln über die Technik ihrer Fahrzeuge, über Kosten, Zulieferer, Märkte und Strategien abgesprochen haben, sind die Aktienkurse der Autoproduzenten um rund fünf Prozent gefallen. Anleger verloren dadurch Milliardenwerte an der Börse.

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Die Frustration geht soweit, dass VW-Aktionäre gegen ihr eigenes Unternehmen klagen wollen. Das ist ein großer Schritt, denn eine solche Klage könnte den Wert der eigenen Aktien drastisch senken. „Die Volkswagen-Aktionäre rufen jetzt an und sagen ,jetzt reicht's‘“, so Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), der „Welt“. Mit einiger Überlegung hätte man sich dazu entschlossen, sich dem Musterverfahren gegen Volkswagen wegen des Dieselskandals anzuschließen.

Die Volkswagen-Aktionäre rufen jetzt an und sagen ,jetzt reichts‘.

Bislang beläuft sich der Streitwert der in Braunschweig anhängigen 1.400 Klagen auf mehr als acht Milliarden Euro — der Betrag werde jedoch steigen, sagte DSW-Vizepräsident Klaus Nieding. Tüngler fordert eine schnelle Aufklärung der Sachlage. „Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, werden wir alle juristischen Register ziehen, um die Anteilseigner zu unterstützen“, sagte er dem Blatt. 

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