Finanzielles Risiko von "Buy now Pay later": 41 Prozent der jungen Konsumenten bereuen den Ratenkauf

 - Copyright: gettyimages ; Collage: Dominik Schmitt
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Kaufen auf Raten wird insbesondere bei jungen Verbraucherinnen und Verbrauchern immer beliebter. "Buy now pay later" (BNPL) heißt der Ratenkauf beim Online-Shopping in der jüngeren Zielgruppe, den unter anderem auch Zahlungsdienstleister wie Klarna und Paypal anbieten. Dabei ist diese Art zu Bezahlen derzeit so einfach – aber auch so gefährlich – wie noch nie. Um herauszufinden, ob die Vorteile der Zahlungsmethode überwiegen oder eher eine finanzielle und Belastung darstellt, hat das schwedische Fintech Anyfin 1.000 Online-Shopper im Alter von 18 bis 65 Jahren dazu befragt. Das Unternehmen bietet seit rund einem Jahr die Umschuldung von teuren Konsumkrediten, unter anderem BNPL, in Deutschland an. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, wie besonders junge Menschen Gefahr laufen, in die Schuldenfalle zu tappen.

Je einfacher es ist, später zu bezahlen, desto mehr Frustrationspotenzial bietet die Methode offenbar. 61 Prozent der Befragten gaben an, sich schon einmal nach einem Ratenkauf über sich selbst und ihr Konsumverhalten geärgert zu haben. 41 Prozent haben einen Ratenkauf sogar bereut.

Über die Hälfte der 25-34-Jährigen kaufen, selbst wenn sie das Geld dazu nicht haben – ebenso viele geben an, das gekaufte Produkt gar nicht gebraucht zu haben. Damit tun sie dies deutlich häufiger als ältere Konsumentinnen und Konsumenten: bei den 55-65-Jährigen sind es nur 30 Prozent.

Die Sorgen über die Kaufschulden scheinen die jungen Käuferinnen und Käufer zu belasten: 38 Prozent gaben an, mehrmals die Woche über das Abbezahlen ihrer Raten nachzudenken.

Das leichte Einkaufen und Bezahlen per "BNPL" kann insbesondere für Menschen unter 35 gefährlich werden, warnten Experten von der Verbraucherzentrale. Business Insider berichtete bereits von einer 25-Jährigen, die mit „Buy now, pay later“ insgesamt 22.000 Euro Schulden angehäuft hatte und deshalb in die Privatinsolvenz gehen musste.

Durch die aktuelle Inflation könnten künftig deutlich mehr Menschen auf „Buy now, pay later“-Angebote von Klarna, Paypal und Co. eingehen, sagte Roman Schlag Business Insider. Er ist Schuldnerberater bei der Caritas und Sprecher für den Verband der Schuldnerberatung. Besonders junge Menschen, die ein höheres Konsumbedürfnis hätten und wenig Geduld auf Dinge zu warten, könnten die Finanzierung jetzt stärker nutzen. Sollte die Inflation allerdings so hoch wie aktuell bleiben, drohen laut Schlag mehr Zahlungsausfälle. Die Haushaltspläne, die die Menschen gemacht haben, könnten durch die Teuerung ins Wanken geraten. Diese These stützen die Daten aus der Anyfin-Umfrage – besonders das Ergebnis, dass 55 Prozent der 25-34-Jährigen am häufigsten Produkte kaufen, auch wenn sie aktuell das Geld dazu nicht haben.