Finanzexperten sagten mir, ich solle aufhören zu mieten und ein Haus kaufen — aber ich ignoriere ihren Rat aus 3 Gründen

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Autorin Jen Glantz in ihrem Home Office.
Autorin Jen Glantz in ihrem Home Office.

Im Laufe des letzten Jahres haben viele meiner Freunde beschlossen, nicht mehr zur Miete zu wohnen, sondern ein Haus zu kaufen. Ich beobachtete sie dabei, wie sie einen Makler suchten, eine Finanzierung vereinbarten und den Kauf ihres ersten Eigenheims abschlossen. Auch wenn der Gedanke reizvoll ist, habe ich mich entschieden, dass ein Hauskauf zumindest im Moment nichts für mich ist.

In dieser Phase meines Lebens genieße ich es, zur Miete zu wohnen, weil ich gerne die Flexibilität habe, meine Sachen zu packen und in eine neue Wohnung zu ziehen, wenn ich der Wohnung oder der Stadt entwachsen bin. Außerdem bin ich zu sehr mit anderen finanziellen Zielen beschäftigt (angefangen bei der Finanzierung meiner Altersvorsorge bis hin zu einem gesunden Investment-Portfolio), als dass ich Geld für eine Anzahlung, eine Baufinanzierung und all die anderen Ausgaben, die mit dem Kauf eines Hauses einhergehen, ausgeben möchte.

Ich bin zwar entschlossen, kein Haus zu kaufen, dennoch recherchierte ich und sprach mit Finanzplanern und Beratern. Sie lieferten überzeugende Argumente für den Kauf, aber ich entscheide mich immer noch dagegen. Hier sind meine Gründe dafür.

Ich möchte nicht noch mehr Verantwortung tragen

Wer ein Haus besitzt, muss viel Zeit, Energie und Geld in die Instandhaltung stecken. Ich will meinen Zeitplan einfach nicht so verändern, dass ich all diese Dinge unterbringen kann.

Dem Finanzplaner Tony Grenier zufolge trägt der Kauf eines Hauses dazu bei, dass man nicht nur mit den eigenen Finanzen, sondern auch mit den materiellen Besitztümern verantwortungsvoller umgeht. „Wenn ihr etwas besitzt, tragt ihr die Verantwortung dafür, euch darum zu kümmern und es zu pflegen, damit es möglichst lange währt. Schließlich müsst ihr auch mehr Geld ausgeben, um es zu reparieren, falls es kaputtgeht“, so Grenier.

Natürlich gibt es Vorteile, die mit dieser Verantwortung einhergehen (Eigenkapital oder passives Einkommen, sofern ihr euer Eigentum vermietet), doch diese Vorteile überwiegen nicht meinen Wunsch, nicht noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Stattdessen wird beim Wohnen zur Miete die Verantwortung an den Eigentümer abgegeben, wie Grenier sagte. „Wenn also etwas mit dem gemieteten Objekt schiefgeht, rufen wir den Eigentümer an, damit er sich drum kümmert“, so Grenier.

Ich will mich nicht auf einen Ort festlegen

Ich weiß, dass ich noch nicht bereit bin, mich irgendwo niederzulassen. Der Gedanke, dass mein Mietvertrag am Ende des Jahres ausläuft und ich mir dann für ein oder zwei Jahre eine andere Wohnung suchen kann, um danach wieder umzuziehen, begeistert mich.

Der Finanzplaner Joseph Favorito erklärte, dass der Vorteil des Kaufens gegenüber dem Mieten einfach darin besteht, Eigenkapital aufzubauen. „Wenn ihr es euch leisten könnt, eine ausreichende Anzahlung zu leisten, wenn ihr plant, für längere Zeit am selben Ort zu bleiben und wenn die Kosten für den Kredit nicht viel höher sind als für die Miete, dann macht es in der Regel Sinn zu kaufen, besonders wenn die Finanzierungskosten so niedrig sind“, sagte Favorito.

Zwar reizt mich das Vermögen, das mit der Investition in ein Haus einhergehen kann, manchmal zum Kauf, dennoch möchte ich nicht so viel Geld für eine Immobilie ausgeben, zumal ich weiß, dass ich nicht lange bleiben werde. Das ist sinnvoll, stimmte Favorito zu. „Wer nicht vorhat, lange in einer Gegend zu bleiben und wer nicht auch noch Vermieter sein will (indem er die Wohnung vermietet), für den ist Mieten keine schlechte Idee“, sagte Favorito. „Ihr wollt nicht eine Immobilie kaufen und dann gezwungen sein, sie zu einem ungünstigen Zeitpunkt möglicherweise für weniger Geld zu verkaufen.“

„Immobilien sollten, wie jede andere Investition auch, eine langfristige Investition sein. Wenn ihr zur Miete wohnt und jeden Monat Geld spart, baut ihr immer noch Eigenkapital auf. Mieten ist also nicht immer schlecht.“

Ich habe kein Problem damit, mehr für die Miete zu bezahlen

Ein interessantes Argument für den Kauf ist, dass die Kosten über das Jahr hinweg gleichbleiben, denn ihr habt die Tilgung des Kredits im Voraus festgelegt. Die Miete hingegen kann sich ändern (abhängig von eurem Vermieter oder einem neuen Ort, an den ihr zieht).

„Eine Immobilie zu mieten gibt euch die Freiheit, frei umherzuziehen und euch keine Sorgen um die Instandhaltungskosten zu machen, das ist sicher“, sagte Christopher Liew, ebenfalls ein Finanzberater. „Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass euer Vermieter die Miete erhöht oder euch möglicherweise rausschmeißt, wenn ihr mit den Zahlungen in Verzug geratet.“ Daher rät Liew zum Kauf, da ihr auf diese Weise nicht mehr befürchten müsst, dass eure Miete jedes Jahr steigt. „Außerdem erlaubt euch der Kauf einer Immobilie, eine zweite Hypothek aufzunehmen, falls die Not groß ist“, so Liew.

Ich verstehe, dass das durchaus vernünftig ist, aber es ist nichts für mich. Ich habe kein Problem damit, jeden Monat ein bisschen mehr Miete zu zahlen. Diesen Kompromiss gehe ich gerne ein, wenn ich dafür nicht mehr Verantwortung übernehmen oder eine Hypothek aufnehmen muss und gezwungen bin an einem Ort zu verweilen – zumindest im Moment.

Dieser Artikel wurde von Ilona Tomić aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

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