Freiburg historisch - HSV sauer auf VAR

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Freiburg historisch - HSV sauer auf VAR
Freiburg historisch - HSV sauer auf VAR

Der Traum vom großen Coup im DFB-Pokal ist für den HSV geplatzt!

Der Zweitligist hat das Halbfinale im DFB-Pokal zu Hause gegen den SC Freiburg mit 1:3 (0:3) verloren. Nils Petersen (11.), Nicolas Höfler (17.) und Vincenzo Grifo (33, Foulelfmeter) sorgten früh für die Entscheidung. Robert Glatzel verkürzte spät (88.).

Für Wirbel sorgte der Elfmeter zum 0:3.

Der nach vorne geeilte Verteidiger Nico Schlotterbeck war bei einem Pass ausgerutscht. Als das Spielgerät aber zu ihm zurückprallte, traf HSV-Akteur Moritz Heyer den am Boden liegenden Verteidiger am Kopf und Schiedsrichter Deniz Aytekin zeigte nach Ansicht der Bilder und dem Eingreifen des VAR auf den Punkt.

„Ich treffe ihn. Das ist ganz klar zu sehen. Ich versuche abzubremsen und lauf in ihn rein. Ich weiß nicht, ob man dafür Elfmeter geben muss“, meinte Heyer bei der ARD.

Walter sauer wegen Elfmeter-Entscheidung

Trainer Tim Walter war hingegen sauer: „Es war ja auch definitiv kein Elfmeter. Der Schiedsrichter lässt weiterlaufen, da wundert es mich, dass der VAR überhaupt eingreift. Klar trifft Moritz den Gegenspieler, aber er rutscht aus.“

Den Gastgebern wurden neben dem Elfmeter vor allem die vielen Fehler im Spielaufbau zum Verhängnis, die Freiburg mit frühem Anlaufen erzwang. Die Breisgauer stehen erstmals in der Vereinsgeschichte im Endspiel und feierten ausgelassen.

So bekamen Trainer Christian Streich und Petersen bei Interviews eine Wasserdusche. „Eine Bierdusche finde ich nicht gut. Da ist mir eine Wasserdusche lieber“, witzelte Streich bei Sky.

„Es ist unbeschreiblich. Wir sind übertrieben happy und schreiben Geschichte“, sagte Nicolas Höfler in der ARD.

„Jungs wie Höfler, Schmid, Günter und so weiter haben bei der A-Jugend mehrere Finals gewonnen und dann sind wir danach zu den Großen rüber und haben uns dann das Pokalfinale angeschaut. Ich habe deshalb keine Bedenken, auch wenn es sich komisch anhört“, meinte Streich.

HSV verpasst nächsten Coup

Im ausverkauften Volksparkstadion wollte der HSV vor 57.000 Zuschauern sein erstes Pokalfinale seit dem 3:1 gegen die Stuttgarter Kickers im Jahr 1987 erreichen.

In jenem Spiel war Streich damals übrigens als Spieler der Stuttgarter mit von der Partie. „Ich saß aber nur auf der Tribüne. Ich war zu schlecht“, erklärte er in der ARD.

Nun wollte der HSV an alte Glanzzeiten anknüpfen. In den Runden zuvor hatte der Verein gegen Nürnberg, Köln und Karlsruhe jeweils im Elfmeterschießen gewonnen und große Hoffnungen. Dieses mal war der HSV aber weit entfernt von einem erneuten Coup.

Damit bleibt der MSV Duisburg der letzte Zweitligist in Pokalfinale. Dem Klub war dieses Kunststück 2010/2011 gelungen.

Zunächst sah es noch so aus, als könnte Hamburg in die Fußstapfen von Duisburg treten. Robert Glatzel (4.) und Sonny Kittel (6.) vergaben die ersten guten Chancen für die Hausherren.

Petersen, Höfler, Grifo treffen

Als Nils Petersen aber nach einer nicht geklärten Ecke einköpfte, brachen die Gastgeber auseinander (11.). Der HSV taumelte und leistete sich folgenschwere Fehler.

In der 17. Minute nutzte Nicolas Höfler einen Ballverlust der Hanseaten im Spielaufbau aus und hatte zudem Glück, dass sein Schuss aus 18 Metern noch von Sebastian Schonlau unhaltbar abgefälscht wurde.

Die Hanseaten kämpften und hatten durch Anssi Suhonen (26.) und Bakery Jatta (29.) zwei mal den Anschluss auf dem Fuß.

Als Vincenzo Grifo dann in der 33. Minute per Elfmeter das 3:0 nachlegte, war die Partie früh entschieden.

Glatzel trifft zu spät

Immerhin: Der HSV gab sich nicht auf. Suhonen traf sogar für den Tabellensechsten der zweiten Liga, war jedoch beim Pass von Josh Vagnoman klar im Abseits (38.).

Auch nach der Pause blieb der HSV bemüht, brachte die Gäste aber immer wieder durch Fehler ins Spiel. Roland Sallai traf das Außennetz (54.), den Kupfer von Petersen fing HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes auf der Linie (56.).

Doch die Hausherren gaben nicht auf und rannten an. Spielerisch wusste der Außenseiter durchaus zu überzeugen.

Großchancen sprangen aber nicht heraus. Beste Möglichkeit: Sonny Kittels Schuss entschärfte Freiburgs Schlussmann Mark Flekken mit starkem Reflex (67.).

Kurz vor Schluss verkürzte Glatzel noch und belohnte den HSV für das Anrennen (88.).

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