LIVE auf SPORT1 US: Wagner kämpft um College-Krone

Moritz Wagner sorgt im Trikot der Michigan Wolverines bei March Madness für Furore

Selbst die große New York Times staunte nach einer weiteren Gala-Vorstellung von Moritz "Moe" Wagner nur ungläubig.

"Gibt es irgendwas, das er nicht kann?", fragte die renommierte US-Tageszeitung, nachdem das deutsche Basketball-Talent die Michigan Wolverines in überragender Manier ins Finale der US-Collegeliga NCAA (Di., ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US) geführt hatte - und dabei ganz nebenbei noch mit zwei NBA-Legenden gleichzog.

Mit 24 Punkten und 15 Rebounds war der 20-Jährige der alles dominierende Spieler beim 69:57 gegen die Loyola Ramblers aus Chicago und Garant dafür, dass Michigan weiter vom ersten Triumph bei March Madness seit 1989 träumen darf.

Wagner in einer Riege mit Bird und Olajuwon

"Unglaublich. Ich genieße es so sehr", jubelte Wagner, bloß um danach wieder ganz nüchtern festzustellen: "Einen Schritt müssen wir noch gehen." (Alle Ergebnisse von March Madness)

Große Worte sind ohnehin nicht Sache des jungen Berliners. Er habe doch "nur versucht, meinen Job zu machen", sagte Wagner pflichtbewusst, nachdem er vor fast 70.000 Zuschauern im Alamodome von San Antonio brilliert hatte.


Und die Tatsache, dass eine Ausbeute von mindestens 20 Zählern und 15 Rebounds in einem Final-Four-Spiel in den vergangenen 40 Jahren nur den späteren Superstars Larry Bird (1979) und Hakeem Olajuwon (1983) gelungen war? "Wow, das ist ziemlich cool", kommentierte "Moe" Wagner.

Nowitzki beobachtet Wagner

Umso überschwänglicher fielen da die Lobeshymnen auf den ehemaligen Jugendspieler von ALBA Berlin aus. "Er ist ein besonderer Junge", schwärmte Trainer John Beilein: "Ich coache ihn schon seit einer langen Zeit. Aber Moe gehört zu einer kleinen Gruppe von besonderen Spielern."

Und auch Dirk Nowitzki war die Leistung Wagners nicht verborgen geblieben. "Ich sehe dich", twitterte Deutschlands Vorzeige-Basketballer und spielte damit auf eine mögliche Zukunft Wagners in der Profiliga NBA an.


Und NBA-reif war die Darbietung seines Landsmannes allemal. In der ersten Hälfte hielt Wagner die ansonsten erschreckend schwachen Wolverines fast im Alleingang auf Kurs und erzielte die Hälfte der insgesamt 22 mageren Punkte seines Teams selbst. Dies sei so anstrengend gewesen, sagte der Power Forward nach dem Spiel, dass er sich in der Pause kurz hinlegen musste.

Doch auch danach ging die Wagner-Show ungebremst weiter, noch nicht einmal die Fernseh-Kommentatoren waren vor der Wucht des 2,11-m-Riesen in Sicherheit. Mit noch 90 Sekunden auf der Uhr jagte er einem Ball außerhalb des Spielfelds nach und krachte in den TV-Experten und ehemaligen Trainer Bill Raftery.

Wagner glänzt mit Lockerheit

Während dieser verdutzt seine zerbrochene Brille in die Kamera hielt, lachte Wagner und klatschte die restliche Kommentatoren-Crew ab. "Oh, sorry Coach, ich entschuldige mich. Hoffentlich ist nicht noch mehr gebrochen", scherzte Wagner anschließend mit spitzbübischem Grinsen.


Mit dieser Portion Lockerheit soll nun im Finale der ganz große Wurf gelingen. Gegner des Teams aus Ann Arbor sind dann die an Position eins gesetzten Villanova Wildcats. Die richtigen Voraussetzungen für den Titel bringt Wagner jedenfalls nicht nur aufgrund seiner spielerischen Klasse mit: 2011 und 2014 war der heutige Nationalspieler Niels Giffey mit den UConn Huskies College-Meister geworden - wie Wagner ein Berliner.