"Christiane F.": Ein Film, der nichts von seiner Wucht verloren hat

Liebe ohne Zukunft: Christiane (Natja Brunckhorst) und Detlef (Thomas Haustein)

Berlin, das war die Stadt, vor der mich meine Mutter immer gewarnt hat. Als ich dann doch vom tiefsten Süden hierherzog, 1988, als die Stadt noch geteilt war, sah sie mich schon bald tot in einer öffentlichen Toilette liegen, mit Spritze im Arm. So hatte sie das in "Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" gesehen.

Es war einer von nur zwei Filmen, für die sie in 15 Jahren ins Kino gegangen ist. Das beleuchtet anschaulich die ganze Schlag- und Wirkkraft dieses Films. Schon das zugrunde liegende Tatsachenbuch "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" der "Stern"-Reporter Kai Hermann und Horst Rieck war 1978 zum Bestseller geworden. Und hatte das lange verschwiegene und verdrängte Drogenproblem der Bundesrepublik in den Fokus gerückt.

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Drastische Szenen: Christiane F. (Natja Brunckhorst) setzt sich einen Schuss Picture Alliance / picture alliance / United Archiv

Die Verfilmung war noch erfolgreicher. Wurde Teil der deutschen Filmgeschichte. Hatte 4,7 Millionen Besucher allein in Deutschland. Und brachte nicht nur die üblichen Cineasten ins Kino. Sondern auch Menschen, die sonst eher Herzschmerz auf dem Fernsehsofa gucken. Schulklassen, die dann über das Reizthema sprachen. Und besorgte Eltern, die sich vor einem ähnlichen Schicksal für ihre Kinder sorgten.

Die Filmreihe "Hauptrolle Berlin", in der der Zoo Palast gemeinsam mit der Berliner Morgenpost an jedem ersten Dienstag im Monat einen genuinen Berlin-Film zeigt, wird im August zwei Jahre alt. Zu diesem Anlass passt kaum ein Film besser als Uli Edels "Christiane F." von 1981, wurde der Film doch zu großen Teilen direkt vor den Türen des Kinos gedreht, am Bahnhof Zo...

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