Filmregisseur Iñárritu erhält Sonder-Oscar für Werk über Flüchtlinge

Oscar-Preisträger Alejandro González Iñárritu

Der mexikanische Filmemacher und Oscar-Preisträger Alejandro González Iñárritu erhält einen Sonder-Oscar für seinen Virtual Reality-Kurzfilm über Flüchtlinge auf dem Weg von Mexiko in die USA. Wie die Oscar-Akademie am Freitag mitteilte, wird die Auszeichnung dem Regisseur und seinem Kameramann Emmanuel Lubezki am 11. November bei den neunten Governors Awards in Hollywood übergeben.

Die für die Oscar-Verleihung zuständige Academy of Motion Picture Arts and Sciences pries Iñárritus sechsminütige Virtual Reality-Installation "Carne y arena" (Fleisch und Sand) als ein "visionäres und mächtiges Erlebnis des Geschichtenerzählens". Der Film lässt die Zuschauer daran teilhaben, wie Flüchtlinge die Sonora-Wüste zwischen Mexiko und den USA durchqueren.

Jeder Zuschauer erlebt die Wüstendurchquerung allein - barfuß auf sandigem Boden und mit einer Virtual-Reality-Brille -, während Sirenen schrillen und auf der Leinwand einige Menschen hoffen, die USA zu erreichen. Bis an die Zähne bewaffnete Grenzschützer trennen die Männer von Frauen und Kindern. Ihre zurückgelassenen Schuhe liegen am Boden, ein Mensch schreit vor Schmerz, und eine Tragödie bahnt sich an.

Derzeit ist das Werk im Los Angeles County Museum of Art, in der Mailänder Fondazione Prada und im Centro Cultural Tlatelolco in Mexiko-Stadt zu sehen. Iñárritu erhielt 2015 einen Oscar für seinen Film "Birdman". Ein Jahr später wurde sein Film "The Revenant - Der Rückkehrer" mit einem Oscar ausgezeichnet.