Film: Weniger ist mehr: Die Bilderwelten von Robby Müller

Berühmte Selbstentblößung: Nastassja Kinski in „Paris, Texas“. Mit Wim Wenders drehte Robby Müller zwölf Filme

Berühmt ist die Peepshow-Szene von "Paris, Texas". Nastassja Kinski sitzt in einer verspiegelten Kabine und beginnt sich auszuziehen, aber der Kunde, der sie betrachtet, will lieber reden und erzählt eine Geschichte. An der die Frau allmählich erkennt, dass hier der Mann sitzt, den sie einst verlassen hat. Meisterhaft hat Wim Wenders diese Sequenz inszeniert, und Robby Müller, sein Kameramann, hat sie kongenial ins Bild gesetzt.

Indem er die Schauspielerin wirklich vor einen Spiegel stellte, das Rotlicht des Zimmers farblich nicht korrigierte, sondern noch verstärkte. Und das Ganze nicht im klassischen Schuss-Gegenschuss-Verfahren aufnahm, sondern in langen Einstellungen, die die Protagonisten voneinander separieren und zugleich ihre Gefühle zueinander langsam zum Vorschein treten lassen.

Scheuer Mann hinter der Kamera

Robby Müller war einer der prägenden Kameramänner des Neuen Deutschen Films. Am legendärsten ist seine Zusammenarbeit mit Wim Wenders, mit dem allein er zwölf Filme drehte. Schließlich wurde er einer der größten Meister seines Faches weltweit. Nun huldigt die Deutsche Kinemathek dem 77-Jährigen mit einer großen Ausstellung, die ab dem heutigen Donnerstag zu sehen ist: "Master of Light".

Kameramänner stehen ja stets hinter der Kamera. Nicht nur bei der Arbeit, auch in der Wahrnehmung. Der kürzlich verstorbene Michael Ballhaus war einer der wenigen, die es selbst zu einer Art Star brachten. Ganz anders dagegen Robby Müller, der stets sehr bescheiden, sehr scheu ist u...

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