Film: Sebastian Lelio: "Berlin ist, wo mein Bett ist"

Hier fühlt er sich zuhause: Der chinesische Filmregisseur Sebastian Lelio in Berlin, hier im Görlitzer Park

Für den Politiker Jens Spahn dürfte Sebastián Lelio wohl jemand sein, den er als in Berlin lebenden, aber des Deutschen nicht mächtigen Künstlers als Teil der Hipster-Parallelgesellschaft abkanzeln würde. Der chilenische Regisseur, dessen neuer Film "Eine fantastische Frau"gerade in den Kinos läuft, lebt zwar seit fünf Jahren in der Stadt, aber durch seine zahlreichen Projekte fehlte bislang schlicht die Zeit für einen Deutschkurs, wie der 43-jährige mit charmanter Verlegenheit zugibt. Berlin ist für ihn aber mehr als eine vorübergehende Phase, auch wenn er sich das Wort "Zuhause" nicht zu sagen traut, solange er die Sprache nicht beherrscht. "Ich würde es so formulieren: Berlin ist, wo mein Bett ist", sagt er. "Und meine Bücher."

Kurzzeitig auch Gastronom in Berlin

Geplant war der permanente Aufenthalt indes nicht. "Ich hatte 2012 ein DAAD Stipendium für ein halbes Jahr, dann kam mein Film 'Gloria' raus und ich reiste damit viel um die Welt. Irgendwie war es dann immer praktischer, zwischendurch hierher zurückzukommen, als nach Chile zu fliegen. Plötzlich waren zwei Jahre rum." Lachend fügt er hinzu: "Und jetzt sind es schon fünf." Und es gibt keine Pläne, das zu ändern.

Parallel zum Filmstart von "Gloria" eröffnete Lelio damals in der Görlitzer Straße in Kreuzberg mit Freunden und seiner Frau, der Malerin und Autorin Virgina Acosta, ein südamerikanisches Restaurant gleichen Namens. Der Laden läuft, inzwischen gibt es eine Dependance in Prenzlauer Berg, doch Teilhaber ist er sc...

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