Film: Wenn das Leben rückwärts geht: "Einmal bitte alles"

Augen und Ohren zu: Isi (Luise Heyer) ist in der Krise

"Ich hab das Gefühl, mein Leben geht rückwärts", klagt die junge Isi. Eigentlich hat sie das Grafikstudium in der Tasche. Sie wohnt mit ihrer besten Freundin Lotte zusammen. Und bei einem Verlag ist sie auch schon untergekommen. Aber da bleibt sie ewige Praktikantin, darf nicht ihre Illustrationen vorlegen, sondern nur den Kaffee bringen, und die Chefin kennt nach fünf Jahren noch nicht mal ihren Namen.

Lotte dagegen ist erfolgreich, sie kriegt einen festen Job, dann verliebt sie sich auch noch und hat keine Zeit mehr für die Freundin. Und dann bröckelt auch noch die verschimmelte Decke auf Isi herunter. Ihr WG-Zimmer muss saniert werden. Isi muss schauen, wo sie solange unterkommt. Nicht mal zurück ins Hotel Mama klappt: Die Eltern wollen ihr altes Kinderzimmer umbauen. Welch Ironie, dass Isi bei all dem Trubel eine Graphic Novel von F. Scott Fitzgeralds "Die Schönen und Verdammten" entwirft. F. Scott Fitzgeralds Roman handelte bekanntlich von der "Generation Lost". Das passt nur zu gut.

Ein Coming-of-Age-Late-Film

"Einmal bitte alles" ist ein Gefühls-Porträt der viel beschriebenen Generation Y. Die sogenannten Millenials, also junge Menschen, die zwischen 1980 und 2000 geboren sind, die jetzt erwachsen werden, aber beruflich über das Praktikantendasein nicht hinauskommen. Und sich auch privat nicht so recht festlegen können. Der Fiilmtitel spiegelt das wieder: Sie wollen schon alles, irgendwie. Nur wie, das wissen sie nicht.

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