Film: Händchen halten mit der Queen: "Victoria & Abdul"

Er versüßt ihr die letzten Lebensjahre: Queen Victoria (Judi Dench) mit Abdul Karim (Ali Fazal), der 14 Jahre lang, bis zu ihrem Tod ,ihr Leibdiener ist

Gerade erst hat sich Prinz Harry mit seiner Freundin Meghan Markle öffentlich gezeigt und so die Gerüchteküche über eine baldige Hochzeit zum Brodeln gebracht. Die Regenbogenpresse führt auch Strichlisten, wie oft Prince William seine Visiten allein abhält, weil seine schwangere Kate sich zu Hause übergeben muss. Die britischen Royals erfreuen sich größten Interesses, nicht nur auf der heimischen Insel, auch in Deutschland, obwohl wir doch seit einem guten Jahrhundert keine monarchische Ader mehr haben.

Wie müsste da erst die Nachricht einschlagen, wenn die Queen mit einem Bediensteten Händchen hielte? Noch dazu mit einem farbigen? Und wie wäre das gewesen, wenn das nicht heute, in unserer halbwegs aufgeklärten Gesellschaft, sondern zur viktorianischen Zeit passiert wäre, die als prüdeste überhaupt gilt? Tatsächlich gab es ein solches Irgendwie-Techtelmechtel. Nur wusste man damals solch staatsbedrohliche Skandale noch unter den Teppich zu kehren. Aber ein Jahrhundert später kam es doch ans Tageslicht. Davon handelt Stephen Frears' vergnüglicher Film "Victoria & Abdul".

Bild Nr. 1:
Sitzen in einem Boot: der Diener und die Herrscherin Peter Mountain / Focus Features / dpa

Er beginnt 1887. Die Queen (Judi Dench), damals Herrscherin über ein Fünftel der Erde, feiert ihr Goldenes Thronjubiläum. Dabei fühlt sie sich komplett einsam. Alle, die sie kannte, sind lange tot, und sie lebt und lebt. Nein, es ist kein Honigschlecken, dieses Königinnendasein. Ihre Majestät langweilt sich dynastisch bei all den Festtagstafeln zu ihren Ehren, bei denen niemand ihr in die Augen sehen oder das Wo...

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