Figur der Russland-Affäre zieht Bewerbung um Ministeriumsposten zurück

Ein in die Russland-Affäre verwickelter Berater von US-Präsident Donald Trump hat seine Kandidatur für einen hochrangigen Regierungsposten zurückgezogen. Der 68-jährige Sam Clovis erklärte, er strebe das Amt des Leiters der Forschungsabteilung im Agrarministerium nicht länger an. Die Aussagen eines anderen Trump-Beraters zu Russland-Kontakten im Wahlkampf haben ihn in Not gebracht

Ein in die Russland-Affäre verwickelter Berater von US-Präsident Donald Trump hat seine Kandidatur für einen hochrangigen Regierungsposten zurückgezogen. Der 68-jährige Sam Clovis erklärte am Donnerstag in Washington, er strebe das Amt des Leiters der Forschungsabteilung im Agrarministerium nicht länger an. Trump hatte Clovis für den Posten nominiert, doch stand noch die erforderliche Zustimmung des Senats aus.

Das politische Klima in Washington mache es ihm unmöglich, eine "ausgewogene und faire Prüfung" seiner Qualifikationen für den Posten zu bekommen, schrieb Clovis in einem Brief an den Präsidenten. Clovis war in den vergangenen Tagen durch die Aussage eines anderen früheren Trump-Beraters in der Affäre um die Russland-Kontakte des Wahlkampfteams des heutigen Präsidenten in die Bredouille geraten.

Trumps ehemaliger Außenpolitikberater George Papadopoulos, der frühere Falschaussagen gegenüber der Justiz gestanden hat und inzwischen mit den Ermittlern kooperiert, war nach eigener Darstellung von einem "Vorgesetzten" im Trump-Team ermuntert worden, über Mittelspersonen einen Kontakt zur russischen Regierung herzustellen. Clovis' Anwalt gab zu, dass es sich bei diesem "Vorgesetzten" um seinen Mandanten gehandelt habe.

Clovis' Nominierung für den Abteilungsleiterposten stand jedoch auch schon vor der jüngsten Wendung in der Russland-Affäre in der Kritik. Moniert wurde, dass er über keinerlei naturwissenschaftliche Qualifikationen verfügt - und deshalb als Abteilungsleiter für Forschung und Bildung ungeeignet sei. "Sam Clovis war ein auf fast komische Weise schlechter Kandidat", erklärte Senator Patrick Leahy von den Demokraten.