FIFA-Sicherheitschef Spahn: Russland nimmt Hooligan-Problem sehr ernst

SID
FIFA-Sicherheitschef Spahn: Russland nimmt Hooligan-Problem sehr ernst

Knapp sieben Monate vor dem Beginn der WM-Endrunde in Russland (14. Juni bis 15. Juli) hat der Fußball-Weltverband FIFA den russischen Organisatoren ein gutes Zeugnis mit Blick auf die Sicherheitsvorkehrungen ausgestellt. Laut des deutschen FIFA-Sicherheitschefs Helmut Spahn werde vor allem die Hooligan-Problematik, die bei der EM-Endrunde im vergangenen Jahr in Frankreich offen zu Tage getreten ist, von den Russen sehr ernst genommen.
"Natürlich wurde dieses Problem erkannt, es steht oben auf der Agenda. Es wird in der Öffentlichkeit ja auch deshalb so heiß diskutiert, weil man noch die Bilder von den Ausschreitungen in Marseille 2016 im Kopf hat", sagte Spahn dem Münchner Merkur (Dienstagsausgabe): "Ich bin im täglichen Austausch mit dem lokalen Organisationskomitee in Russland, mit dem Direktor für Sicherheit für die WM 2018. Man tut alles, um in dem Bereich präventiv zu wirken."
Nach Ansicht Spahns habe Russland insgesamt "sehr viel" in den Bereich Sicherheit investiert: "Der Confed Cup diesen Sommer war aus unserer Warte ein sehr guter Test – viel besser, als es im Prinzip von vielen erwartet worden war."
Die Endrunde 2022 in Katar könnte laut Spahn ein ähnlicher Erfolg wie die 2006 in Deutschland werden. "Es war eine Fußball-Party über vier Wochen - und das ist auch in Katar möglich", äußerte der 56-Jährige: "Das Wetter wird perfekt sein, die Europäer werden wohl aus einem grauen November anreisen und sich bei 28 Grad sicher wohlfühlen."
Dass der Alkoholkonsum im Wüstenemirat reglementiert sein wird, sieht Spahn positiv. "Es wird Alkohol nur in begrenzten Maßen und in speziellen Bereichen zugänglich sein, was aus dem Blick eines Verantwortlichen für die Sicherheit in erster Linie nicht unbedingt von Nachteil sein muss", sagte der Hesse: "In öffentlichen Bereichen ist Alkohol untersagt, aber das finde ich ehrlich gesagt gar nicht mal so schlecht. Alkohol hat immer einen enthemmenden Charakter."
Während Spahn die Terrorismusgefahr in Katar nicht größer als in anderen Ländern einordnet, ist die zunehmende Cyber-Kriminalität für den Sicherheitsexperten eine "Herausforderung": "Großereignisse sind heute nur noch mit einer funktionierenden IT vorstellbar. Alles läuft online. Fallen die Server aus, hat man ein Problem. Auch diese Gefahr ist erkannt."