FIFA-Ermittlungen nach Serbien-Spiel: Schweizer Verband steht hinter Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri

In der Schweiz ist die Debatte um Doppeladlerjubel und Doppelbürger noch längst nicht abgeklungen. Nun schaltet sich Stephane Henchoz ein.

Der Schweizerische Fußballverband (SFV) hat sich nach den eingeleiteten Ermittlungen durch den Weltverband FIFA gegen Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka hinter seine Nationalspieler gestellt. In einer Stellungnahme auf der Homepage distanziert sich SFV-Generalsekretär Alex Miescher zwar von politischen Gesten auf dem Feld, fordert aber auch Verständnis für die beiden früheren Bundesligaprofis.

"Es gibt durchaus Momente von großer Emotionalität, in denen Fußballfunktionäre oder Medienschaffende sich nicht wirklich vorstellen können, wie sich derart heftig provozierte Spieler fühlen, zumal in einem Spiel mit dieser Dramaturgie", sagte Miescher.

Serbische Fans provozierten Xhaka und Shaqiri

Die beiden Torschützen mit kosovo-albanischen Wurzeln hatten ihre Treffer beim Sieg im hochbrisanten WM-Spiel am Freitag gegen Serbien (2:1) mit der Doppeladler-Geste gefeiert. Das Formen des albanischen Wappentiers mit den Händen ist allerdings ein von der FIFA verbotenes politisches Statement. Deshalb hat die Disziplinarkommission Ermittlungen aufgenommen. Die Schweizer haben 24 Stunden Zeit für eine Stellungnahme.

Shaqiri und Xhaka wurden während der ersten Hälfte von nationalistischen serbischen Anhängern provoziert. Diese skandierten "Töte den Albaner". Dabei ist der verwendete Begriff "Siptara" für die Albaner auf dem Balkan eine rassistische Beleidigung, vergleichbar mit dem N-Wort.

Die FIFA ermittelt deshalb auch gegen die Serben. Hätte Schiedsrichter Felix Brych (München) die Gesänge als Rassismus wahrgenommen, hätte er die Begegnung sogar abbrechen können.