FIFA 18: Wenn der Ex-Meister seinen Nachfolger coacht

In der FIFA-Szene wird einander geholfen: Das zeigte die Endrunde der TAG Heuer Virtuellen Bundesliga

Im realen Fußball sind die Teams mit Trainerstab und Coaches breit aufgestellt.

Als am Wochenende im Fußballmuseum in Dortmund die TAG Heuer Virtuelle Bundesliga ausgespielt wurde, zeigte sich, wie im FIFA-eSports gecoacht wird. Da springt dann einfach mal der PlayStation-4-Weltmeister in die Rolle des Trainers, um seinen Kollegen ins Finale zu coachen.

Vom Weltmeister gecoacht ins Finale

Es war eine der vielen Geschichten des VBL-Wochenendes: Neben großartigen FIFA-18-Matches war es die Kombination von Manchester-City-Profi Kai "deto" Wollin und Mirza Jahic vom 1. FC Köln, die anfangs verwunderte. Wollin ist aktueller PS4-Weltmeister und hat nicht an der Endrunde der VBL teilgenommen. Dennoch kam er nach Dortmund, um seinen Kumpel Jahic zu unterstützen.


Mit dieser Hilfe schaffte es der FC-Profi direkt ins Finale, obwohl ihn keiner auf dem Schirm hatte und er per Wildcard zum Turnier anreisen durfte. Nach dem Viertelfinale gegen Kevin Assia resümierte er im SPORT1-Interview schon: "Ohne deto hätte ich das nicht geschafft." 

Von Ex-Meister zu Meister

Im Endspiel musste Jahic aber alleine ran. Wollin konnte ihn nicht coachen, weil Mirzas Finalgegner mit Tim "TheStrxnger" Katnawatos von der selben Agentur wie deto vertreten wird. Das twitterte er vor dem virtuellen Anstoß.

Auch Katnawatos, der spätere deutsche Meister, kam mit Hilfe eines Kollegen ins Finale. Cihan Yasarlar ging als amtierender Meister ins Turnier, musste sich aber im Halbfinale gegen eben jenen Profi vom FC Basel geschlagen geben.


Ein eingeschworener Haufen

Das hinderte ihn aber nicht daran, im Hinspiel um den Titel hinter seinem Kollegen Katnawatos zu stehen und ihm zu helfen. Nach dem Finalsieg dankte ihm sein Nachfolger direkt für die Unterstützung. "Cihan, danke für deinen Support", erklärte sogar Katnawatos' Mutter bei SPORT1.

Die deutsche FIFA-Szene ist ein eingeschworener Haufen, auch weil viele Spieler den gleichen Agenturen zugehörig sind. Mit eSportsReputation, STARK eSports, bPART Gaming oder KiNG eSports gibt es mehrere große Beraterfirmen, die Spieler unter Vertrag haben.

Doch auch ohne diese Strukturen kennen sich die Spieler, die seit Jahren dabei sind, von kleinen Events weit vor der boomende Zeit des FIFA-eSports. Neben dem gesunden Wettkampf zeigt die Szene auch, wie sehr die gemeinsame Leidenschaft verbindet.