Fielmann expandiert nach Spanien, nächstes neues Land folgt 2021

Richard Weiss
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die Fielmann AG kommt bei ihrer Expansion in Kontinentaleuropa einen großen Schritt weiter.

Zum 31. Dezember übernehmen die Hamburger 80% an Óptica & Audiología Universitaria, der drittgrößten Optikerkette in Spanien. Der Rest bleibt bei der Gründerfamilie, das Management bleibt an Bord, die Marke bleibt erhalten.

In einem ähnlichen Schritt hatte Fielmann im Vorjahr 70% der Optika Clarus in Slowenien gekauft. Die Transaktion in Spanien ist jedoch mit 185 Mio. Euro viel größer - und laut Vorstandschef Marc Fielmann könnte das auch so weitergehen.

“Krisenzeiten sind gute Zeiten für Unternehmenskäufe,” so der CEO im Interview. “Wir sehen einen gewissen Discount auf die Preise.” Schon nächstes Jahr soll das nächste neue Land folgen - vielleicht sogar durch einen noch größeren Deal, so der Manager.

Óptica & Audiología Universitaria hat 2019 gut 100 Mio. Euro Umsatz generiert mit dem Verkauf von 400.000 Brillen in 80 Niederlassungen. Mit Fielmanns Einkaufsmacht und Beschaffungskompetenz im Rücken soll das nun ausgebaut werden auf 200 Standorte, 900.000 Brillen und 250 Millionen Euro Umsatz bis 2025.

Fielmann, 31, der die Unternehmensspitze im Vorjahr von seinem Vater Günther übernommen hatte, will noch mindestens drei weitere Märkte erschließen, vornehmlich über Zukäufe. Als potentielle Länder nennt er Frankreich, Belgien, Portugal, Ungarn, Kroatien oder Tschechien. Die Expansion ist Teil des Plans, den Marktanteil von Fielmann in Kontinentaleuropa bis 2025 auf 25% auszuweiten und dann 12 Mio. Brillen abzusetzen.

Auch die Digitalisierung des Unternehmens schreitet voran. Ein Ärgernis für Kunden - die Wartezeiten im Geschäft, die durch die Pandemie noch unangenehmer geworden sind - bekommt Fielmann mit digitalen Terminen und digitalem Wartezeitmanagement besser in den Griff - hier hilft die Technik eines Berliner Startups.

Bis 2025 soll der reine Online-Umsatz, bei dem der Kunde überhaupt keine Filiale mehr betritt, bei 400 Mio. Euro liegen. Dennoch bleibt die Sehschärfenmessung über das Internet knifflig - ein großer Teil dieser Umsätze soll daher aus Kontaktlinsen und Sonnenbrillen kommen.

Die Börse honorierte die Expansion: die Fielmann-Aktie legte in einem festen Markt bis zu 3,1% zu.

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©2020 Bloomberg L.P.