Fidschis Rugby-Helden auf der Wiesn

Marvin Tischler
Der Goldmedaillengewinn in Rio ist die erste Medaille überhaupt für den Inselstaat Fidschi

Bei den DHL Oktoberfest 7s (ab Freitag LIVE im Free-TV sowie im LIVESTREAM) ist die 7er Rugby Nationalmannschaft des kleinen 900.000 Menschen-Inselstaats Fidschi der große Favorit.

Im Rugby Union, was mit 15 Mann auf dem Feld gespielt wird, spielen die Rugby-verrückten Fidschianer gegen Neuseeland, Südafrika und Co. keine Rolle. In der komprimierten, schnelleren Variante können die Insulaner aber ihre Schnelligkeit, Kreativität und Unberechenbarkeit voll ausleben - und dominieren damit.

Sie brauchen nämlich keine 15 Mann auf Weltklasse-Niveau, sondern nur sieben. Verrückte Pässe in Bedrängnis sind ihre Spezialität.

Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro schrieben die Fiji-7, wie sie international genannt werden, mit der ersten Olympia-Medaille ihres Landes Geschichte. Und das nach einer nationalen Katastrophe.


Ein Hurrikan verwüstet Fidschi

Noch im Februar 2016 fegte der zweitstärkste Wirbelsturm in der Geschichte des Inselstaates über Fidschi hinweg. Zyklon Winston zerstörte einen großen Teil der knapp 300 Inseln, 43 Menschen starben, Zehntausende wurden Obdachlos. 

Ein halbes Jahr später taumelte die ganze Insel eine Woche lang vor Freude. Fidschi hatte nicht nur die erste Medaille bei Olympia gewonnen, Fidschi ist sogar Olympiasieger im Rugby - dem Nationalsport.


Und das mit einem überlegenen 43:7-Finalsieg gegen ihre einstige Kolonialmacht Großbritannien. Gegen wie entfesselt aufspielende Fidschianer hatte die Rugby-Weltmacht aus Europa keine Chance. Nach nur 54 Sekunden erzielten die Flying Fijians die ersten Punkte mit einem Versuch. 

Davor besiegten die Fidschianer im Viertelfinale die Rekordweltmeister aus Neuseeland.


Volle Fan-Unterstützung

Während ihres historischen Triumphs wurden die Flying Fijians tatkräftig unterstützt. Die Fußballnationalmannschaft ihres Landes gesellte sich nach ihrer 0:10-Klatsche gegen Deutschland auf die Tribüne um die Rugby-Helden anzufeuern.

Doch damit waren sie nicht die prominentesten Gäste: Fidschis Premierminister Frank Bainimarama war für die drei Turniertage angereist und feuerte höchstpersönlich mit an. Aber nicht etwa aus dem VIP-Bereich, sondern in Mitten der Fans auf der Tribüne - selbst eine kleine, hellblaue Fidschi-Fahne schwenkend.


Zuhause angekommen wurde die Mannschaft frenetisch begrüßt.

Ein nationaler Feiertag für die Olympia-Helden

Nach dem Gewinn der Goldmedaille wurde vom Premierminister ein nationaler Feiertag zu Ehren der Rugby-Mannschaft ausgerufen.

Eine Woche lang standen Betriebe und Schulen still im kleinen Inselstaat und die Mannschaft sowie Nationalcoach Ben Ryan, ausgerechnet ein Engländer, werden seitdem als Nationalhelden verehrt.